Er schob einen Kinderwagen ins Ziel und gewann den Marathon

Siegerteam: Lucas McAneney mit seinem Sohn Sutton. Bild: Büffelmarathon

Lucas McAneney wurde beim Buffalo Marathon Zweiter, gewinnt aber trotzdem. Denn der Mensch vor ihm machte keinen einzigen Schritt: sein Sohn Sutton im Kinderwagen.

10.06.2022, 11:2510.06.2022, 12:37

Konsequenzen

Sutton verpasst den großen Moment. Vielleicht überwältigt von all den Eindrücken schläft der Zweijährige fünf Minuten vor dem Ziel im Kinderwagen ein und merkt nicht, dass sein Vater den Buffalo Marathon gewinnt.

„Es hat zweieinhalb Stunden Spaß gemacht“, sagte Lucas McAneney später. Der Kanadier gewann den Marathon in 2:33:32 Stunden für 16 Sekunden.

McAneney war sein ganzes Leben lang ein begeisterter Läufer und trat mit Ehrgeiz an. Bis er Vater wurde und zugunsten der Familie einen Schritt zurücktrat. Doch dann fand seine Frau einen Weg, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Um dem Baby beim Einschlafen zu helfen, kaufte sich McAneneys Frau einen Kinderwagen, in dem ihr Mann laufen konnte.

„Das war das i-Tüpfelchen“

Corona kam und während der Pandemie wurde Sutton zum treuesten Trainingsbegleiter seines Vaters. „Seitdem habe ich 90 Prozent meiner Spaziergänge mit ihm im Kinderwagen gemacht“, sagte Lucas McAneney dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Da beide Parteien Spaß daran zu haben schienen, wuchs McAneneys Ehrgeiz. Im Guinness-Buch der Rekorde sah er, dass es eine Weltrekordzeit für einen Marathon mit Kinderwagen gab. Und das ist der Moment, auf den er hinwies. Obwohl er in 2:31:21 knapp verlor, gewann er den Marathon gegen alle Konkurrenten ohne Kinderwagen. „Das war das i-Tüpfelchen, das diese gemeinsame Erinnerung noch spezieller macht“, sagte der 35-Jährige.

Polizeiautos als Highlights

Sein Sohn hatte das Gespräch nebenbei, sagte er. „Ich hätte nicht gedacht, dass alles so gut läuft, aber er hat jede Minute des Marathons genossen“, sagt der stolze Vater. „Sutton wies auf die vielen Polizeiautos und Krankenwagen auf der Strecke hin und hat während eines Rennens nie mehr geredet. So kam es, dass ich auch viel geredet habe, mehr denn je bei einem Marathon.“

Sutton kann zwar selbst laufen, aber der Weg zum Marathon ist für den Kleinen noch etwas lang.

Das nächste gemeinsame Rennen von Vater und Sohn wird keine 42,195 Kilometer lang sein. Lucas McAneney hofft, dass auch der kleine Sutton bald Spaß am Laufen haben wird und sie zusammen laufen können.

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