Auf der Insel in der Nähe von Neapel wird eine großangelegte Operation fortgesetzt. Seitdem wurden sechs Menschen tot aufgefunden. Es wird angenommen, dass sechs noch unter dem Schlamm liegen. Auch Soldaten helfen bei der Rettung.
Letzte Aktualisierung Sonntag, 27.11.2022, 18:02
Mindestens eine Person starb bei der Katastrophe.
© KAISER ELIANO
Rom, Neapel – Nach einem Erdrutsch auf der italienischen Insel Ischia suchten Rettungskräfte am Sonntag weiter nach Vermissten. Im Moment wurden sechs Personen geborgen, darunter zwei Kinder. Das jüngste Opfer ist ein 21 Tage alter Junge. Zu den weiteren Opfern gehören eine 31-jährige Frau, ein fünfjähriges Mädchen und ein Rentner sowie eine weitere Person, die noch nicht identifiziert wurde, teilten die Behörden mit.
Zusage bezahlt
Ein Mann wurde gerettet, während er bis zum Hals im Schlamm steckte. Schlechtes Wetter und starke Winde behinderten die Rettungsbemühungen in der am stärksten betroffenen Region. Rettungskräfte konnten mehrere Menschen zunächst nicht erreichen, die in ihren Häusern isoliert waren und ohne Strom und Wasser ausharren mussten. Die Zahl der Verletzten sank von 13 auf vier, wobei eine Person schwer verletzt wurde. 167 Obdachlose mussten in Hotels auf der Insel übernachten.
Alarmzustand ausgerufen, zwei Millionen Euro für den Wiederaufbau
Am Sonntag tagte der Ministerrat in Rom und rief den Notstand auf Ischia aus. Damit soll die Finanzierung von Obdachlosen erleichtert und der Wiederaufbau beschleunigt werden. Laut Medien will die Regierung zwei Millionen Euro für Wiederaufbauarbeiten zur Verfügung stellen.
Der Ministerrat kündigte an, dass die Regierung Ende dieses Jahres einen umfassenden Plan zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels verabschieden will. Der italienische Ministerpräsident Giorgia Meloni schickte Soldaten zur Unterstützung der Retter. Er kündigte an, die Insel bald zu besuchen.
Beim Angelusgebet am ersten Adventssonntag sprach der Papst den Angehörigen der Betroffenen auf Ischia sein Beileid aus. Betet für die Menschen, die auf der Insel leiden, und für die Retter, sagte der Heilige Vater zu den Pilgern, die sich auf dem Petersplatz in Rom versammelt hatten.
100 Feuerwehrleute im Einsatz
Der Sturm traf die Insel mit etwas mehr als 60.000 Einwohnern am frühen Samstag. Besonders betroffen war die Küstenstadt Casamicciola im Norden. Zu viel Schlamm beschädigte Häuser, in denen einige der Vermissten vermutet wurden. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Personen aus einem ins Meer gestürzten Auto gerettet. Es war mit insgesamt 100 Einsatzkräften und 40 Fahrzeugen im Einsatz.
Italien wird zunehmend von schweren Erdrutschen heimgesucht. Im September starben 13 Menschen bei Stürmen in der Region Marken an der Adria. Seit Freitag gilt in Süditalien Unwetterwarnung. In Venedig wurden Überschwemmungen gemeldet, und die Lagunenstadt ist durch ein System von Staudämmen vor Überschwemmungen geschützt. (APA)
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