Stand: 05.07.2022 07:03
Seit Wochen steigen die Infektionszahlen: Laut RKI liegt die Inzidenz inzwischen bei 687,7. Das macht sich auch in Krankenhäusern bemerkbar: Einzelne Stationen wurden bereits wegen Personalmangels abgesagt.
Der zunehmende Verlust von Klinikpersonal durch die Sommerwelle der Krone bereitet Krankenhäusern und Ärzten Sorgen. „Uns liegen Meldungen aus allen Bundesländern vor, dass auch einzelne Stationen und Abteilungen wegen Personalmangel entlassen werden müssen“, sagte Gerald Gass, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). , dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Teilweise wurden auch Notaufnahmen in Rettungsleitstellen abgesagt. “Diese Situation beunruhigt uns sehr für den nächsten Herbst.”
Personalmangel macht der Klinik zu schaffen
Paul Wessels, NDR, Morgenmagazin, 5. Juli 2022
Obwohl die Beschäftigung in der Intensivpflege nur moderat zunehme, sei die Beschäftigung für einen Sommer relativ hoch und die verfügbaren Betten wegen Personalmangels immer weniger, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters, Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“. “. Daher sollte man sich jetzt Zeit nehmen, die Fähigkeiten optimal zu verteilen. Dazu gehörten regionale Netzwerke zur bestmöglichen Patientenverteilung. „Kooperationen, aber auch Personalentlastungen stehen in diesem Herbst und Winter auf der Agenda“, sagte Karagiannidis, der auch im Sachverständigenrat der Bundesregierung sitzt.
Patientenschutz vor verkürzter Quarantäne
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wies die Forderung nach einer Verkürzung der Quarantänezeit zurück. FDP-Vizepräsident Wolfgang Kubicki hatte bereits nach drei Tagen ein kostenloses Probetraining per Schnelltest vorgeschlagen. Im Moment sind es fünf, nur eine kostenlose Testversion wird empfohlen, sie ist nur für Krankenhaus- und Pflegepersonal obligatorisch. Eine verkürzte Quarantänezeit würde die unkontrollierte Ausbreitung der Krone befeuern, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Deshalb sollte die Isolationszeit von Kronen-Positiven auf zehn Tage verlängert werden. Diese kann nur verkürzt werden, wenn ein PCR-Test negativ ist.“
„Eine bessere Datenbasis ist nötig“, Janosch Dahmen, Bündnis90 / Die Grünen, zu Kronenmaßnahmen
Morning Magazine, 5. Juli 2022
GEW-Bildungsgewerkschaftsvorsitzende Maike Finnern forderte eine gesetzliche Grundlage für Masken- und Testpflichten, um Schulschließungen im Herbst zu verhindern. Dazu gehört auch die Möglichkeit einer Maskenpflicht, falls die Infektionszahlen weiter stark ansteigen. Dann sollten regelmäßige Testungen in Bildungseinrichtungen wieder möglich sein, sagte er dem RND. Es muss alles getan werden, um zu verhindern, dass Schulen und Kindergärten wieder schließen.
Der Präsident des Aus- und Weiterbildungsverbandes (VBE), Udo Beckmann, rechnet damit, dass einzelne Lerngruppen oder Schulen bei hohen Infektionszahlen wieder geschlossen werden, sagte er dem RND. Auch in diesem Zusammenhang sollten Schulen digital ausgestattet werden, damit Schüler im Fernunterricht digital erreichbar sind: „Auch nach zwei Jahren Pandemie gibt es immer noch Schulen, die keinen Anschluss, Breitband oder WLAN haben. .“
Die Inzidenz auf nationaler Ebene nimmt weiter zu
Die Zahl der Infektionen ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 687,7 an. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Vorstands um 5.16 Uhr widerspiegeln. Am Vortag lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche bei 650,7 (Vorwoche: 635,8; Vormonat: 257,6).
Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit langem von einer sehr hohen Dunkelziffer des RKI aus, vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test haben. In der Statistik zählen nur positive PCR-Tests. Zudem können verspätete Aufzeichnungen oder Übertragungsprobleme zu einer Verfälschung einzelner Tageswerte führen.
147.489 Kronen-Neuinfektionen (Vorwoche: 142.329) und 102 Todesfälle (Vorwoche: 113) meldeten deutsche Gesundheitsämter im RKI zuletzt an einem Tag. Auch hier sind Datenabgleiche aufgrund von Testverhalten, verspäteten Logs und Übertragungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der erfassten Neuinfektionen und Todesfälle von Werktag zu Werktag stark, da viele Bundesländer diese insbesondere am Wochenende nicht an das RKI übermitteln und ihre Fälle später unter der Woche melden.
Seit Beginn der Pandemie hat das RKI 28.542.484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 gezählt. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Einigung im Rechtsstreit um den Bürgertest
Im Streit um die Abrechnung sogenannter Bürgertests haben sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gestern Abend geeinigt. Beide gaben es nach den Diskussionen bekannt. An den neuen Regeln für Bürgertests ändert sich nichts. Bürgertests sind seit vergangenem Donnerstag nur noch für bestimmte Risikogruppen und Anlässe kostenlos. In vielen anderen Fällen muss eine Zuzahlung von drei Euro geleistet werden. Die Kronprüfverordnung regelt, wem was zusteht.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die für die Abrechnung der Tests zuständig ist, hatte die Regelung als zu bürokratisch kritisiert und angekündigt, die Bürgertests künftig nicht mehr abrechnen zu können. Auch KBV-Chef Andreas Gassen forderte, die Tests ganz einzustellen und nannte sie „dumm“.
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