Ermittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter eingeleitet

Der letzte umgestürzte Waggon wurde am Montag mit Kränen geborgen.

dpa

Bei der Entgleisung eines Regionalzuges im bayerischen Garmisch-Partenkirchen sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Bei der Suche nach Ursachen konzentrieren sich Experten auf mögliche technische Mängel.

Nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen hat die Staatsanwaltschaft München II Ermittlungen gegen drei Personen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um Mitarbeiter der Deutschen Bahn, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Absturzursache werde “mit Fokus auf technische Mängel gesucht”. Die Fahrgestelle der Waggons seien gesichert, “und es wird auch überlegt, inwieweit die einzelnen Schienen oder Schwellen gesichert werden sollen. Jedenfalls werden sie derzeit akribisch geprüft und vermessen”, sagte er.

Renovierungsarbeiten waren geplant

Die Deutsche Bahn plant laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ Sanierungsarbeiten an den Gleisen der Unfallstrecke durchzuführen. Daher sollte vom 25. Juni bis 9. Juli zwischen Oberau und Garmisch-Partenkirchen eine nächtliche Korrektur der Gleislage und eine Erneuerung der Gleise erfolgen. Auf Nachfragen aus der „Welt“ teilte die Deutsche Bahn mit, dass sie sich aufgrund laufender Ermittlungen derzeit nicht äußern könne.

Die Ermittlungen zu den Unfallursachen werden von einer Soko „Zug“ unter Federführung der Staatsanwaltschaft München II und unter Beteiligung der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung durchgeführt. Laut Herrmann liegt derzeit kein Fehler des Fahrers vor. Aber es wird noch in alle Richtungen ermittelt.

Fünf Tote und 40 Verwundete

Der Regionalzug Garmisch-Partenkirchen Richtung München ist am Freitagnachmittag kurz nach der Abfahrt plötzlich entgleist. Vier Frauen und ein 14-jähriger Mann aus der Region wurden getötet und 40 verletzt. Unter den ermordeten Frauen sind zwei ukrainische Mütter, die mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet waren. Eine Frau schwebte am Montag noch in Lebensgefahr. Mehrere Verletzte bleiben im Krankenhaus, aber “den Berg hinauf”, sagte Herrmann.

Nach einem Zugunglück: Die kaputten Teile des Zuges werden entfernt

Nach dem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen wurden weitere Waggons für den Transport vorbereitet. Ein weiteres Auto wurde am Montag an der Absturzstelle in Oberbayern gesichtet.

06.07.2022

Der letzte Muldenkipper wurde am Montag von Kränen geborgen und für den Transport demontiert. Am Montagabend blieben nur noch die Lokomotive und mindestens ein Waggon auf der Böschung stehen. Die Straßenkräne waren weg, das Technische Hilfswerk war weg, Kehrmaschinen räumten die Hauptstraße. Allerdings waren die Leitplanken und die Höhensicherung vor der Einfahrt in den Farchanttunnel noch nicht wieder eingebaut.

Wenn die Bahnlinie wieder geöffnet wird, ist sie derzeit vollständig geöffnet. Hier steht die Forschungsarbeit im Vordergrund, danach kann mit der Reparatur begonnen werden. Es werden Ersatzbusse eingesetzt, von Bahnfahrten im Raum Garmisch-Partenkirchen – Murnau, die nicht unbedingt erforderlich sind, wird jedoch abgeraten, teilte die Deutsche Bahn mit.

Kirchen hatten am Montagabend in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen ein ökumenisches Gebet abgehalten. Etwa hundert Personen nahmen daran teil.

dpa

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