Ermittlungen in Chatgruppen: Hessisches LKA durchsucht Polizeiwohnungen

Hessische Chatgruppe ermittelt LKA durchsucht Polizeiwohnungen

29.07.2022, 23:39 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen fünf hessische Polizeibeamte im Zusammenhang mit verfassungswidrigen Symbolen. Beamte werden von ihrem Dienst suspendiert und ihre Wohnungen werden durchsucht. Unter den Verdächtigen sind auch hochrangige Polizisten.

Das Landeskriminalamt Hessen (LKA) hat nach Ermittlungen in Chatgruppen die Wohnungen von insgesamt fünf Polizisten des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das LKA erklärten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, einem der Beamten werde vorgeworfen, die Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben. Die Ermittlungen machten ihn „sehr besorgt“, sagte Polizeipräsident Stefan Müller damals in einer separaten Erklärung.

Drei der fünf beteiligten Polizisten wird den Ermittlern zufolge wegen Behinderung der Strafverfolgung im Dienst und einem von ihnen auch wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses angeklagt. Auch ein fünfter Agent soll gegen das Amtsgeheimnis verstoßen haben. Unter den Beschuldigten sind laut Polizeipräsident Müller auch höherrangige Polizisten.

„Besonders schwierig“ sei, dass „nach derzeitigem Kenntnisstand“ auch Vorgesetzte beteiligt seien, die ihre Rolle „vermutlich auch missbraucht“ hätten, um „das Fehlverhalten zu vertuschen“ oder „zu verschleiern“, erklärte Müller. Die Ergebnisse seien “ein Schlag ins Gesicht aller Polizisten, die jeden Tag vorbildlich und tadellos ihren Job machen”. Die fünf Beamten seien vom Dienst suspendiert und “mehrere Handys” beschlagnahmt worden, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit. Weitere Maßnahmen „werden derzeit vom Polizeipräsidium geprüft“.

Bei internen Ermittlungen, die 2018 begannen, wurden bei der hessischen Polizei mehrere Chatgruppen entdeckt, über die Beamte und Personen außerhalb der Polizei rechtsextreme Nachrichten austauschten. Mehrere Beamte wurden daraufhin suspendiert. Auslöser der Ermittlungen waren Drohbriefe der Rechten an einen bekannten Rechtsanwalt und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit dem Kürzel „NSU 2.0“.

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