Erneutes Unwetter mit Murenabgängen in Tirol

Starkregen, Gewitter und teilweise Hagel – so prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für Teile Tirols ab Montagnachmittag – sie könnten vor allem in der Nähe des Alpenhauptkamms heftig ausfallen. Dadurch könnte sich laut ZAMG das Schadensrisiko für bereits kontaminierte Flächen südlich des Gasthauses erhöhen. Erst am vergangenen Freitag kam es im Stubaital zu Überschwemmungen und Muren.

Und tatsächlich gab es dort am Montagabend zahlreiche Feuerwehreinsätze, wie der Kommandant der Feuerwehr der Sektion Stubaital, Karl Pajk, auf Anfrage des KURIER bestätigte. Am stärksten betroffen ist erneut Neustift im Stubaital. „Es sind wieder ein paar Erdrutsche aufgetreten. Die Staatsstraße von Schaller ist gesperrt. Die Ruetz, unser Hauptfluss, ist praktisch an der Grenze“, beschreibt Pajk die Situation gegen 22 Uhr. Auch im Obernbergtal kam es zu größeren Murenabgängen. Noch sind die am Freitag über die Ufer getretenen Bäche ruhig.

An der Schönberg-Unterbrücke kam es erneut zu einem Erdrutsch. Auch die Feuerwehr musste ins Venttal, wo ebenfalls ein Erdrutsch ausgelöst wurde. Auch in Jenbach und Schwaz beseitigten Einsatzkräfte umgestürzte Bäume.

„Die Situation ist stabil, aber es ist nicht abzusehen, was die Nacht bringen wird. Es regnet gerade nicht“, sagte Pajk.

Vorsicht

Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage appellierte Elmar Rizzoli, Leiter des Krisen- und Gefahrenmanagements des Landes Tirol, an diesem Montagmorgen an die Bevölkerung, Vorsicht walten zu lassen und „zum Beispiel nicht unbedingt notwendiges Fahren oder Gehen zu vermeiden oder zu bleiben weg von gefährdeten Bereichen wie dem Wasserturm.” Montag gegen 22:00 Uhr gab es keine bekannten Verletzungen.

Pajk forderte die Öffentlichkeit weiter auf, vernünftig zu sein: “Es gilt besondere Vorsicht. Bleiben Sie nicht in der Nähe des Baches oder auf den Brücken. Wir sehen weiterhin Zuschauer, die mit Lichtern in der Nähe des Ufers spazieren gehen. Das ist fahrlässig.” Denn auch Murgänge lassen sich verzögern.

Unterdessen ging die Suche nach dem vermissten Schäfer nach schweren Unwettern im Tiroler Stubaital am Freitagabend erfolglos weiter. Das Bachbett der Ruetz wurde am Montag durchsucht, dabei wurden erneut nur Teile seines Autos gefunden.

Von Westen nach Osten

Am späten Montagabend zog der Sturm schließlich nach Osten bis nach Salzburg. Größere Zwischenfälle gebe es derzeit nicht, sagte er gegen 22.30 Uhr auf Anfrage des Landesfeuerwehrverbandes.

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