FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Euro hat sich am Freitag
über 1,07 US-Dollar gehalten. Die Gemeinschaftswährung war nach
robusten Jobdaten aus den USA kurz unter Druck geraten und bis auf
1,0704 Dollar gefallen, bevor sie sich wieder etwas erholte und am
Nachmittag bei 1,0723 Dollar notierte. Damit kostete der Euro
geringfügig weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank
setzte den Referenzkurs auf 1,0730 (Donnerstag: 1,0692) Dollar fest.
Der Dollar kostete damit 0,9320 (0,9353) Euro.
Am Freitag richteten sich die Blicke der Marktteilnehmer
insbesondere auf den US-Arbeitsmarkt. Dieser zeigt sich weiter in
robuster Verfassung. Im Mai setzte sich der solide Stellenaufbau
fort, während die Arbeitslosigkeit auf sehr niedrigem Niveau
stagnierte. Der Lohnauftrieb schwächte sich etwas ab, bleibt aber
hoch.
“Insgesamt läuft der Arbeitsmarkt weiterhin auf Hochtouren”, schrieb
Christian Scherrmann, US-Volkswirt beim Fondsanbieter DWS. Mit Blick
auf die Zukunft sei die US-Notenbank Fed höchstwahrscheinlich
zuversichtlich, dass sie ihren aggressiven Kurs der geldpolitischen
Normalisierung fortsetzen könne – dieser Arbeitsmarkt biete viel
Spielraum für Zinserhöhungen.
Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, sprach von guten Nachrichten
für die US-Konjunktur: “Mehr Beschäftigung heißt grundsätzlich mehr
Konsum.” Allerdings gelte dies im Moment nicht uneingeschränkt. Wie
die monatliche Beschäftigungsstatistik zeige, legten die
durchschnittlichen Stundenlöhne um mehr als fünf Prozent im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, doch in Anbetracht einer
Inflationsrate von gut acht Prozent seien damit dennoch
Reallohneinbussen zu verzeichnen.
Die Fed hat indes bereits die Zinswende eingeleitet und mit dem
Abbau ihres erheblichen Wertpapierbestandes begonnen. Im
Jahresverlauf werden weitere und deutliche Zinsanhebungen erwartet,
sodass der Leitzins bis Jahresende in der Nähe des als neutral
geltenden Niveaus von etwa 2,5 Prozent liegen dürfte. Danach sollte
die Fed vorsichtiger vorgehen, um keine schwere Rezession
auszulösen, erwarten viele Fachleute.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,85420 (0,85195) britische Pfund, 139,59 (138,72)
japanische Yen und 1,0296 (1,0264) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1860 US-Dollar
gehandelt. Das waren 9 Dollar weniger als am Vortag./la/jsl/he
ISIN EU0009652759
AXC0264 2022-06-03/17:02
Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.