Das Top-Level-Meeting bringt erstaunliche Ideen zum Vorschein
Die Metavers sind weiter entfernt, als Sie denken
Für die Tech-Community ist Metaverse das nächste große Ding. Aber es gibt noch viele Skeptiker. Der erste Swiss Metavers Summit zeigt jedoch, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist, dafür ist die Metavers bereits zu konkret.
Gepostet: 25.06.2022 um 00:10 Uhr
Vergiss die etwas simplen Kunstfiguren, mit denen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (38) uns Metaverse vergnüglich machen will. Diese neue Welt im virtuellen Raum wird von vielen als das nächste große Ding im digitalen Raum angesehen. Diese künstlichen Figuren, die sogenannten Avatare, die in virtuelle Besprechungsräume springen, zeigen nur ansatzweise, was in Metavers heute schon möglich ist. Viel mehr als man denkt, wie der erste Swiss Metavers Summit, der gestern in Zürich stattfand, deutlich gemacht hat.
So gibt es beispielsweise bereits volldigitale Labore, in denen angehende Biologen, Pharmazeuten oder Mediziner einen Großteil ihrer Ausbildung und Forschung absolvieren können. Das spart Zeit und Geld und ermöglicht auch weniger privilegierten Studierenden den Zugang zur Hochschulbildung.
Michael Bodekaer, Gründer von Labster, zerstreut Bedenken, sich von einem digital geschulten Arzt untersuchen zu lassen, mit einer Gegenfrage: Haben Sie Angst, mit einem Piloten ins Flugzeug zu steigen, der den größten Teil seiner Ausbildung im Flugsimulator erhalten hat? Genau nicht! Die Simulationen können schon heute viel und werden in Metavers viel näher an der Realität sein.
Metas Chef in Zürich erklärt: So funktioniert Metavers (01:38)
Die Schweiz spielt eine zentrale Rolle
Das digitale Universum könnte zum Big Business werden. Und die Schweiz habe gute Aussichten, ein ordentliches Stück vom Kuchen abzubekommen, sagt Markus Gross (59). „In Zürich werden Technologien für Metaverse entwickelt. Alle großen Player haben hier ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.“ Eine weltweit einzigartige Konstellation, die nur im kalifornischen Silicon Valley zu finden ist.
Gross, der das Gipfeltreffen mit Ringier-CEO und Gründer von digitalswitzerland Marc Walder (56) initiiert hat, lehrt und forscht an der ETH Zürich in den Bereichen Informatik, digitale Grafik und künstliche Intelligenz. Er leitet auch die Disney Research Studios in Zürich.
Er sieht ein weiteres Geschäftsfeld für die Schweiz: Digital Asset Management. “Die Schweiz geniesst als neutrales Land grosses Vertrauen und die Banken sind mit der Vermögensverwaltung vertraut.”
Die Frauen sind weg
Allerdings gibt es noch einige Unklarheiten, die derzeit den großen Vormarsch der Metavers behindern. Für ein vollständiges Eintauchen in das digitale Universum fehlt es an Alltagsgeräten. Klar ist nur, dass es nicht das Smartphone sein wird, sondern vielleicht eine Art futuristische Brille benötigt wird. Oder ein Gerät, das wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Und dann müssen wir Frauen dazu bringen, mitzumachen. Diese sind bei diesem Gipfeltreffen kaum vertreten. Aber sie werden als Ingenieure, Inhaltsproduzenten und Verbraucher benötigt, um die Metavers zu sprengen.