Der Fall wurde laut Rüscher am Dienstagabend in einer Aussendung bestätigt. „Wir haben auch in Vorarlberg mit bestätigten Fällen gerechnet und sind darauf vorbereitet“, sagte er. Die dafür vereinbarten Maßnahmen seien eingeleitet, die Prozesse funktionierten. Kontaktpersonen wurden identifiziert, sobald der Verdachtsfall auftrat.
Tickets aus dem Risikogebiet
Im konkreten Krankheitsfall handelte es sich um eine 45-jährige Person, die aus einem Risikogebiet zugezogen war. Etwa eine Woche nach der Rückkehr der Person wurden Symptome in Form von Fieber und einem schmerzhaften Hautausschlag mit einer Blase gemeldet. Daraufhin seien die notwendigen Proben entnommen und an die Abteilung für Virologie der Universität Wien geschickt worden, so Rüscher. Gleichzeitig wurden die Landessanitätsdirektion und das zuständige Bezirksamt informiert.
Scheinbar milder Krankheitsverlauf
Der Erkrankte befindet sich in einem guten Allgemeinzustand, alles deutet auf einen milden Krankheitsverlauf hin. Die Person wird zu Hause isoliert, bis die Blasen abgeheilt sind, was das Ende der Ansteckung bedeutet.
Bis vor wenigen Wochen war die Krankheit vor allem in West- und Zentralafrika verbreitet. Mittlerweile breitet es sich aber auch europaweit aus, Ende vergangener Woche waren in Österreich elf bestätigte Fälle bekannt. Seit einigen Wochen wird die Krankheit in Österreich gemeldet.
blackday – stock.adobe.com Icon Bild: Affenpocken können Blasen verursachen
Affenpocken-Krankheit
Verwandtschaft mit dem Pockenvirus Die Pocken sind nach Definition der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) eine pockenähnliche Viruserkrankung des Menschen und die auslösenden Viren sind ebenfalls mit dem Pockenvirus verwandt.
Es ist eine Zoonose, was bedeutet, dass Viruserkrankungen von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Die Krankheit ähnelt den Pocken beim Menschen, tödliche Folgen sind jedoch selten, Affenpocken sind meist nach gut drei Wochen geheilt.
Infektionsweg und Inkubationszeit Die Krankheit wird hauptsächlich durch Sekrete und Tröpfcheninfektion übertragen, hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Tieren. Bei engem Kontakt ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich, die Inkubationszeit beträgt fünf bis 21 Tage.
Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Unwohlsein, gelegentlich Durchfall. Im zweiten Krankheitsstadium kann ein pockenartiger Hautausschlag (Hautausschlag) auftreten. Tödliche Verläufe sind selten, die Affenpocken heilt meist nach gut drei Wochen aus.
Therapiemöglichkeiten Symptome werden behandelt. Tecovirimat ist in der EU seit Januar 2022 zur Behandlung von Pocken, Affenpocken und Rinderpocken zugelassen. Aufgrund der Seltenheit von Krankheiten wird die Zulassung als sogenannte Zulassung in „außergewöhnlichen Umständen“ erteilt.
Die Pockenimpfung schützt auch vor Pocken. Aber weil die Pocken ausgerottet sind und die Pockenimpfung schon lange nicht mehr geimpft wird, werden immer weniger Menschen geschützt. Dies könnte ein wichtiger Faktor dafür sein, warum sich die Pocken des Affen stärker ausbreiten. Eine Impfung ist möglich und erlaubt, aber laut WHO noch nicht für die breite Öffentlichkeit verfügbar.
APA