Es gibt bereits 15.000 Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen

Nach drei Monaten des russischen Aggressionskrieges hat die Ukraine bereits mehr als 15.000 Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. Insgesamt 80 Verdächtige seien in Haft, sagte Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa am Dienstag in Den Haag. Die Behörden haben es auf mehr als 600 Verdächtige abgesehen, darunter hochrangige russische Politiker und Beamte. “Jeden Tag kommen zwischen 200 und 300 neue Fälle von Kriegsverbrechen hinzu.”

Konsultationen in Den Haag

Staatsanwälte aus der Ukraine, Polen, Litauen und dem Internationalen Strafgerichtshof haben in Den Haag über den Stand der Ermittlungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen diskutiert. Staatsanwälte gehören einem gemeinsamen Ermittlungsteam an. Auch Lettland, Estland und die Slowakei sind mit von der Partie. Die Arbeit wird von der EU-Justizbehörde Eurojust koordiniert.

Bei Eurojust müssen Beweismittel und Zeugenaussagen in einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Alle teilnehmenden Länder sollten Zugang haben. Kurz nach der russischen Invasion am 24. Februar gründeten die Ukraine, Polen und Litauen ein gemeinsames Forschungsteam. Einen Monat später schloss sich auch der Internationale Strafgerichtshof an.

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