EU-Abkommen Neuwagen sollen ab 2035 emissionsfrei sein

Stand: 29.06.2022 04:16 Uhr

Mehr als 16 Stunden haben die EU-Umweltminister gekämpft, sich aber schließlich geeinigt: Bis 2035 sollen Neuwagen in der EU emissionsfrei sein. Zuvor hatte auch die Bundesregierung lange über eine gemeinsame Linie gestritten.

Nach dem Willen der EU-Staaten sollen in der Europäischen Union ab 2035 nur noch klimaneutrale Neuwagen verkauft werden. Darauf haben sich die Umweltminister der 27 Staaten über Nacht geeinigt.

Ein endgültiger Kompromiss muss nun mit dem EU-Parlament ausgehandelt werden, das ab 2035 ein komplettes Ende von Neuwagen mit Verbrennungsmotor will.

Die EU-Staaten haben sich dafür entschieden, die sogenannten Pkw-Flottengrenzwerte bis 2035 auf null zu senken. Diese Grenzwerte sind Vorgaben für Hersteller, wie viel CO2 die von ihnen produzierten Pkw und Transporter im Betrieb ausstoßen dürfen. Das bedeutet, dass ab 2035 keine Neuwagen mit konventionellen Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden.

tagesschau live: Statement von Verkehrsminister Wissing zum Thema Verbrennungsmotoren

28.06.2022 18:45

Habeck: Größtes Klimaschutzpaket seit Jahren in Europa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Einigung der EU-Umweltminister auf neue emissionsfreie Autos und eine Reform des Emissionshandels begrüßt. „Das ist das größte Klimaschutzpaket, das in Europa seit 15 Jahren geschmiedet wurde“, sagte der Grünen-Politiker am Abend. Die Entscheidung sei ein „mutiges Ausrufezeichen für den Klimaschutz in Europa“.

Neben den neuen Klimaanforderungen für neue Pkw und Transporter haben sich die EU-Staaten auch auf einen 59 Milliarden Euro schweren Klima-Sozialfonds und eine Reform des EU-Emissionshandelssystems geeinigt. Nachdem die Minister nun eine Einigung erzielt haben, können die Verhandlungen mit dem EU-Parlament beginnen, um das Klimapaket abzuschließen. Änderungen sind also noch möglich.

Die FDP hatte Bedenken wegen des Abschaltens des Verbrennungsmotors

Die Bundesregierung fand erst in den laufenden Verhandlungen einen internen Kompromiss. Die EU-Kommission hat sich nach Angaben eines Regierungssprechers verpflichtet, einen Vorschlag vorzulegen, wie nach 2035 nur noch Fahrzeuge zugelassen werden können, die mit klimafreundlichen Kraftstoffen betrieben werden. „Das gilt nach gemeinsamer Auffassung der Bundesregierung auch für Pkw und Leichtfahrzeuge Nutzfahrzeuge“.

Die FDP hatte große Bedenken, einem faktischen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor zuzustimmen. Die Bundesregierung hat nun die Hintertür für die Kommission, einen Vorschlag zu formulieren, der auch klimafreundliche Kraftstoffe für Neuwagen mit Verbrennungsmotor berücksichtigt. Die FDP hatte darauf bestanden, dass nach 2035 auch mit Elektrotreibstoff betriebene Verbrenner-Autos zugelassen werden könnten.

Neue Verhandlungen stehen an

Tatsächlich hatte die Bundesregierung bereits im März zugestimmt, dem Entwurf der EU-Kommission zuzustimmen. Bevor die Bundesregierung einen Kompromiss erzielte, sprachen am Vormittag Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) über eine gemeinsame Position der Bundesregierung.

Im nächsten Schritt sollen die EU-Staaten und das Europäische Parlament gemeinsam verhandeln. Sie müssen sich auf eine gemeinsame Position einigen, obwohl das Parlament bereits für ein Verbot gestimmt hatte. Die EU-Kommission hatte bereits im vergangenen Jahr einen Vorschlag unterbreitet, der das Ende des Verbrennungsmotors ab 2035 vorsieht.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke, B’90 / Die Grünen, zur Linie der Bundesregierung zum EU-Verbot von Verbrennungsmotoren

Tagesschau 09:00 Uhr, 28.6.2022

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *