EU-Beitritt der Ukraine: Die Kommission empfiehlt Kandidatenstatus

Die Ukraine und Moldawien können als EU-Mitgliedstaaten eine Zukunft erwarten. Die EU-Kommission hat am Freitag den Kandidatenstatus empfohlen, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mitteilte. Gleichzeitig forderte er Reformen. Kommende Woche beraten die EU-Staats- und Regierungschefs, ob Länder diesen Status erhalten. Am Ende muss einstimmig entschieden werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hatten sich bereits bei ihrem Besuch in Kiew am Donnerstag dafür ausgesprochen, der Ukraine und Moldawien den Status von EU-Beitrittskandidaten zu verleihen. Gleichzeitig betonten Scholz und Draghi aber auch, dass die EU-Mitgliedschaft auch Fortschritte in Bereichen wie Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung erfordere. Der Weg in die EU sei für die Ukraine „sehr anspruchsvoll“, das könne „sehr lange dauern“, sagte Scholz am Donnerstagabend dem ZDF „heute journal“.

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer verband die Zustimmung seines Landes zu den Geschäften der EU auch mit anderen Staaten, die auf den EU-Kandidatenstatus hoffen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die gleichen Standards gelten wie in anderen Kandidatenländern des Westbalkans. In diesem Zusammenhang wäre es für mich undenkbar, der Ukraine den Kandidatenstatus zu verleihen und gleichzeitig Länder wie Bosnien und Herzegowina in der Marge zu halten“, sagte Nehammer sagte WELT.

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs beantragte die Ukraine am 24. Februar die EU-Mitgliedschaft. Die EU-Staaten haben daraufhin die EU-Kommission beauftragt, sich damit zu befassen und eine Empfehlung abzugeben.

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