EU-Vereinbarung zum einheitlichen USB-C-Laden kommt 2024

PMF

Stand: 07.06.2022 15:35 Uhr

Ein einziges Ladekabel für Handy, Kamera und Lautsprecher: In zwei Jahren wird das Realität. Das EU-Parlament und die EU-Staaten haben sich auf USB-C als Standard-Ladeanschluss geeinigt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Verordnung.

Verhandlungsführer aus Europäischem Parlament und EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, ein einheitliches Laden für Smartphones und viele andere Geräte in der Europäischen Union einzuführen. Das Europäische Parlament und die EU-Ratspräsidentschaft haben angekündigt, dass USB-C der zukünftige Standard sein wird. Dies ist weltweit das erste Mal, dass der Gesetzgeber solche Anforderungen an Hersteller stellt.

Welche Geräte sollten das Laden über USB-C ermöglichen?

Der einheitliche Standard gilt künftig für alle kleinen und mittelgroßen Geräte, die aufladbar und tragbar sind. Dazu gehören Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, tragbare Lautsprecher, aber auch elektronische Lesegeräte, Tastaturen und Computermäuse, Navigationsgeräte, Smartwatches und Spielekonsolen. Auch Laptops sollen künftig über eine USB-C-Buchse laden können, allerdings gilt eine längere Übergangsfrist. Die Liste wird laufend überprüft und erweitert, erstmals alle drei Jahre, später alle fünf Jahre.

Wann wird der USB-C-Ladestecker benötigt?

Für die meisten der oben genannten Geräte wird das Aufladen über USB-C ab Sommer oder Herbst 2024 obligatorisch sein. Ein genaues Startdatum gibt es noch nicht. Denn das Verhandlungsabkommen muss noch formell vom Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden, bevor es in Kraft treten kann. Dies wird jedoch als einfaches Verfahren angesehen. 24 Monate nach Inkrafttreten der neuen Rechtsgrundlage müssen Hersteller USB-C-Ladesteckdosen für neue Geräte anbieten, also voraussichtlich Mitte 2024. Für Laptops wurde eine Übergangsfrist von mehr als 40 Monaten bis zur Spezifikationspflicht vereinbart Implementiert sein.

Die EU entscheidet sich für ein Standard-Ladekabel mit USB-C-Anschluss

Janina Werner, ARD Brüssel, Tagesausgaben 22:15, 7.6.2022

Gilt die neue Regelung auch rückwirkend?

nein Die neuen EU-Vorgaben gelten nur für Produkte, die Mitte 2024 auf den Markt kommen, USB-C ist jedoch bereits ein gängiger Standard für Ladestecker und Ladestecker. Es ist auch zu erwarten, dass sich die Hersteller bald auf zukünftige Vorschriften für neue Produkte einstellen und in vielen Fällen bereits die Ladestecker ihrer Geräte anpassen, die 2024 auf den Markt kommen.

Gegen welche Alternativen hat sich USB-C durchgesetzt?

Die Europäische Kommission forciert seit 2009 das Thema einer einheitlichen Lösung zum Laden elektronischer Geräte. In einer Selbstverpflichtung haben sich 14 Hersteller auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile geeinigt. In zehn Jahren ist die Zahl der Ladesteckertypen in Smartphones und Tablets von etwa 30 auf nur noch drei gesunken: USB-C, der von Apple verwendete Lightning-Anschluss und der mittlerweile als veraltet geltende Micro-USB-Anschluss. Das Ziel, eine einheitliche Lösung für alle Geräte zu finden, haben die Hersteller in den letzten Jahren jedoch nicht erreicht. In diesem Zusammenhang hat die EU-Kommission im vergangenen Herbst USB-C als zukünftigen Standard verteidigt.

Müssen Geräte in Zukunft ein Ladekabel mit USB-C-Anschluss haben?

nein Um den einheitlichen Standard zu nutzen und Elektroschrott zu reduzieren, sollen Verbraucher künftig selbst entscheiden können, ob sie ein Gerät mit oder ohne Ladegerät/Ladekabel kaufen möchten. Daher ist es das Ziel der Hersteller, das entsprechende Gerät mit und ohne Ladekabel anzubieten oder das Ladekabel separat zu verkaufen. Ein separater Verkauf von Gerät und Ladekabel ist zunächst nicht zwingend erforderlich. Vielmehr sollte die EU-Kommission nach vier Jahren prüfen, ob diese Anforderung als weitere Pflicht aufgenommen werden sollte.

Was gilt für kabelloses Laden?

Der wachsenden Bedeutung des kabellosen Ladens wird Rechnung getragen, indem die EU-Kommission beauftragt wird, technische Spezifikationen für einen einheitlichen Standard zu entwickeln. In spätestens zwei Jahren sollen die Grundlagen vorliegen, um einen sicheren Standard für kabellose Ladegeräte zu entwickeln.

Welche Folgen hat ein EU-weiter Standard für das Laden?

Die EU-Kommission erwartet große Einsparungen für Verbraucher, die in vielen Fällen nicht gleich neue Ladegeräte und Ladekabel für neue Geräte kaufen müssen. EU-Industriekommissar Thierry Breton bezifferte die prognostizierten Einsparungen auf 250 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig geht die Europäische Kommission davon aus, dass bis zu 11.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr auf die entsorgten Ladegeräte und Ladekabel zurückzuführen sind. Wenn ein einheitlicher Standard festgelegt wird, könnten jährlich 1.000 Tonnen entfernt werden.

Der Branchenverband Bitkom hingegen kritisiert die Neuregelung, weil sie Innovationen ausbremst. Außerdem verstoße es gegen das „wichtige Prinzip der Technikoffenheit”, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Auch Apple habe das EU-Projekt in der Vergangenheit kritisiert und davor gewarnt, dass es Innovationen gefährde und Elektroschrott verursache.

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