Experten in der Herbstvorbereitung Covid ohne rosa Brille

Dass die Maskenpflicht im lebensnotwendigen Handel und öffentlichen Verkehrsmitteln derzeit für drei Monate ab dem 1 in den Schulen verpflichtend sein, ist es aus Sicht des Gesundheitssystems, das derzeit nicht an der Kapazitätsgrenze ist, durchaus sinnvoll. Van Laer soll sich für die Beibehaltung der Maskenpflicht in Apotheken und Lebensmittelgeschäften eingesetzt haben, damit gefährdete Gruppen leichter geschützt werden können, sagte der Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck auf einer Pressekonferenz im Rahmen einer Pressekonferenz der Konferenz „Science for Resilience“. . am Vienna Biocenter.

Genetiker Ulrich Elling von der Akademie für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) war mit der großen Flexibilität nicht ganz zufrieden. In den Krankenhäusern wird es jetzt keinen Overhead geben, aber die Zahlen werden im Sommer wieder steigen, und im Herbst werden wahrscheinlich wieder Masken benötigt. Wenn nun beispielsweise Maßnahmen im ÖPNV reduziert würden, stelle sich die Frage, ob sich die Bevölkerung wieder beteiligen werde, sagt Elling: „Die „Rundreise“ könnte diese Disziplin sicher wieder aushöhlen.

In den Schulen sei es durchaus vertretbar, das Testregime jetzt zu reduzieren, sagt Elling. Gerade in diesem Bereich dürfte die Akzeptanz der Wiedereinführung von Eindämmungsmaßnahmen auf breite Zustimmung stoßen, glaubt Tanja Stamm von der Meduni Wien. Im Herbst dürften jedenfalls in vielen Bereichen wieder Masken gebraucht werden, sagte Thomas Czypionka vom Institute for Advanced Study (IHS).

Gleiches gilt für eine höhere Impfquote. Czypionka war überrascht, dass in Deutschland in Sachen Impfstoffe wenig getan wird: „Mir ist nicht ganz klar, warum die Leute dort nicht mehr arbeiten.“ Sollte eines der ungünstigsten Szenarien eintreten, das die Expertengruppe kürzlich in einem „Arbeitspapier“ formuliert hat, würde die Rigidität der Maßnahmen stark von der Durchimpfungsrate abhängen.

Vieles bleibt und fällt mit der Entwicklung des Virus selbst, der Immunität der Bevölkerung, die vor allem den Schutz vor schwereren Krankheitsverläufen betrifft, die Entwicklung von Systemen zur Früherkennung von Infektionsvorgängen oder die Infrastruktur von Tests und Krankenhäusern, laut dem jetzt vorliegenden Dokument zu einer wichtigen Diskussionsgrundlage in Politik und Behörden geworden, so Wissenschaftler. In den günstigsten Szenarien, in denen nur alle ein bis zwei Jahre kleinere Wellen oder Winterwellen auftreten, wären nur sehr begrenzte Maßnahmen erforderlich. Es gibt aber auch Modelle, in denen die Pandemie weitergeht, weil derselbe Erreger SARS-CoV-2 noch ansteckender wird, Krankheiten schwerer werden und der Immunschutz nachlässt. Elling betonte, dass dies nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfe, da sich die Pandemie oft unerwartet entwickelt habe.

Um die Lage möglichst genau zu überwachen, brauche es eine Art „Radar zur Früherkennung“, sagte Arne Bathke von der Universität Salzburg. Auf nationale Abwasserkontrollprogramme, ein System der aktiven Überwachung von Covid-19-Fällen in der niedergelassenen Praxis oder Stichprobenuntersuchungen in der Bevölkerung sollte man sich verlassen. Darüber hinaus müssen wir über die Fachgrenzen hinweg auf andere Länder und deren Strategien blicken.

Der ehemalige Verteidigungsminister und Mitorganisator der Future Operations Platform, Thomas Starlinger, glaubt, dass Österreich nach mehr als zwei Jahren Pandemie an einem Punkt angelangt ist, an dem die Vorbereitungen für den Herbst besser werden. „Jetzt naht ein nationaler Ansatz“, sagte der Generalmajor. Das gilt hoffentlich auch für die Kommunikationsstrategie, die weitgehend von kurzfristigen, unklaren Botschaften geprägt war. Dass mit den heutigen Ankündigungen zur anstehenden Flexibilisierung zumindest die Pandemie nicht wieder abgesagt wird, ist laut Forschern als Fortschritt zu werten.

(SERVICE – Das Online-Arbeitsdokument:

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