Fake-Video: Nein, der Staub der Sahara hat uns nicht absichtlich geschickt. Das ist es, worum es geht

Gepostet am 26. Mai 2022, 11:10 Uhr

Ein Video soll zeigen, wie sich Sand in der Wüste absichtlich bewegt, um Europa mit Saharastaub zu bedecken. Der Bauernverband und Meteonews machen deutlich.

So sieht das Video aus, wenn es nicht geschnitten ist.

Youtube / Agroband

Mehr als zehn riesige Maschinen laufen durch einen Wüstenstreifen und heben Sand und Staub auf. Dies soll in einem Video zu sehen sein, das ein Spieler 20 Minuten lang spielte (siehe oben). Er verbreitete auch die Theorie, dass der König von Marokko absichtlich den Sand umkreise und Saharastaubwolken verursachte, die in den letzten Wochen auch in der Schweiz für Aufsehen gesorgt hatten.

Tatsächlich bedeckten der Wind und der anschliessende Regen die Schweiz mehrmals mit Staub aus der Sahara. Doch nichts davon habe etwas mit dem marokkanischen König oder der Videoszene zu tun, heißt es auf Anfrage des Bauernverbandes. „Offenbar wurde das verbreitete Video zu einem ‚Hochformat‘, sodass das Gras auf der rechten Seite nicht mehr zu sehen ist, und das den Eindruck erweckt, als ob die Traktoren in einer Wüste stehen“, sagt Sprecherin Mirjam Hofstetter.

Kleesamen werden gesammelt

Tatsächlich zeigt das Video die Kleesamenernte: „Es ist klar, dass der reife Klee geschlagen und die grünen Rückstände entfernt wurden. Diese Maschinen arbeiten als Staubsauger und sammeln den Kleesamen der Erde ein“, sagt Hofstetter. Die Erde wurde von oben gesprengt.

Wie der Staub der Sahara wirklich nach Europa gelangt, weiß Michael Eichmann von der Meteonews AG: „Erste Voraussetzung dafür ist ein Sturm, der Sand und Staub in der Wüste aufwirbelt die Landmaschinen.“ Der Staub, der in den letzten Wochen in der Schweiz geweht worden sei, sei in Marokko aufgewirbelt worden.

„Nur sehr feiner Staub wird nach Europa gebracht“

„Außerdem braucht es Winde von etwa fünf bis neun Kilometern Länge, die aus Südwest kommen und den Staub nach Europa tragen“, sagt Eichmann. Die schwereren Teilchen würden schnell zur Erde zurückkehren. „Letztendlich erreicht uns nur sehr feiner Staub und dann fällt der Regen wieder auf den Boden. Dann sehen wir ihn in Autos, auf Kleidern oder auf dem Balkon“, sagt Eichmann.

Laut dem Experten der Meteonews AG ist der Staub der Sahara in Europa keine Seltenheit: „Das ist lange her. Und der Staub wird nicht nur nach Europa getragen. Es gibt zum Beispiel Theorien, dass der Amazonas deshalb so fruchtbar ist, weil er mit dem Staub der Sahara wichtige Mineralien transportiert.“

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