Fast 1.200 betroffene Orsay-Mitarbeiter schließen
07.06.2022, 11:16 Uhr
Die deutsche Modekette Orsay war bereits stark vom Ukrainekrieg betroffen. Es wollen keine Investoren gefunden werden und die gewährten staatlichen Hilfen werden nicht mehr verwendet. Das Unternehmen müsse nun schließen, sagt ein Sprecher.
Das Modeunternehmen Orsay mit Sitz im baden-württembergischen Willstätt schließt alle deutschen Filialen. „Ich kann bestätigen, dass Orsay die restlichen 130 Standorte in Deutschland bis Ende Juni schließen wird“, sagte Unternehmenssprecher Wolfgang Weber-Thedy am Dienstag der Rheinischen Post in Düsseldorf. Laut Weber-Thedy werden dadurch fast 1.200 Beschäftigte ihren Job verlieren. “Es tut uns sehr leid.”
Die Corona-Pandemie hatte das Geschäft bereits stark unter Druck gesetzt. Der Ukrainekrieg habe die Kauflust der deutschen Verbraucher weiter gedrückt, hieß es zur Begründung. Deshalb könne der Selbstverwaltungswettbewerb, „in den wir große Hoffnungen gesetzt hatten“, nicht fortgesetzt werden.
Dem Bericht zufolge hatte das Unternehmen einst 197 Standorte in Deutschland, von denen 67 im Zuge des Umbaus bereits Ende April geschlossen wurden. Da in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage kein Investor gefunden werden konnte, müsse der Ende März getroffene Closing-Beschluss nun vollzogen werden, sagte der Sprecher der „Rheinischen Post“.
Auch staatliche Hilfen hatten dem angeschlagenen Unternehmen nicht geholfen. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr eine Hilfszusage in Höhe von 33 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung erhalten, aber nur einen Teil des Geldes gefordert. Auch in anderen Ländern werden Läden geschlossen, in Österreich ist dies bereits geschehen.