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Am Sonntagnachmittag wurden im unteren Aaretal 36,9 Grad gemessen. Dies entsprach dem Landesrekord vom 27. Juni 1947 in Basel. Eine Hitzewelle hat die Temperaturen seit Mittwoch fast täglich auf über 30 Grad getrieben. Bereits am Donnerstag waren es in Biasca 36,6 Grad.
Nun ja, der Juni-Rekord wurde zwar nicht gebrochen, aber egalisiert. Im unteren Aaretal wurden am Sonntagnachmittag 36,9 Grad gemessen. Damit wurde exakt der alte Rekord von 1947 erreicht, als am 27. Juni auch in Basel 36,9 Grad gemessen wurden. Allerdings war die damalige Messtechnik völlig anders und nicht mit der heutigen Instrumentierung zu vergleichen. Bei obiger Messtechnik waren die Maximaltemperaturen automatisch höher. Bei der letzten Hitzewelle im Juni 2019 wurden in Zion am 28. Juni ebenfalls 36,9 Grad und am 30. Juni sogar 37,0 Grad gemessen. Diese Werte wurden jedoch nachträglich nach unten korrigiert, da der Flughafenbahnhof Sion nicht mehr dem internationalen Benchmark entsprach.
Bildunterschrift: Basler Samstag In Basel waren es 35,5 Grad. Nur ein Bad am Rhein kühlte ab. Pere Wehrli
Lokale Aufzeichnungen
Nicht nur im unteren Aartal war es heiss. Mehr als 36 Grad wurden am Sonntag auch in Sion und Neuchâtel gemessen. In Neuchâtel wurde damit im Juni ein neuer lokaler Rekord aufgestellt. Neue Juni-Ortsrekorde gab es auch in Ebnat-Kappel/SG (33,0 Grad), Fahy/JU (34,1 Grad) und Payerne/VD (34,9 Grad).
Die Nacht der Nächte
Schon in den frühen Morgenstunden schien es wie ein Rekord, denn die Sonntagnacht verlief sehr ruhig. Vielerorts herrschte eine sogenannte Tropennacht. Das bedeutet, dass die Temperatur die ganze Nacht über nicht unter 20 Grad gefallen ist. In Föhngebieten und leicht erhöhten Orten fiel die Temperatur teilweise nicht unter 22 Grad, wie etwa Bad Ragaz/SG und Sevelen/SG oder Evionnaz/VS. Tropennacht gab es auch am Genfer- und Neuenburgersee oder auf den Jurahöhen, zum Beispiel in Rünenberg / BL. Noch spektakulärer als die Tiefsttemperatur war die Situation um 4 Uhr morgens. Gemessen wurden dann 28,5 Grad in Gersau und 27,3 Grad in Sevelen.
Legende: Monte S. Bernardo Im Tessin stiegen die Temperaturen am Freitag bei Nordwind auf bis zu 36.6 Grad. Irene Eichhorn
Tag 5 der Hitzewelle
Der Sonntag war bereits der fünfte Tag der aktuellen Hitzewelle. Seit Mittwochnachmittag liegen die Temperaturen in der Schweiz meist über 30 Grad. Einen ersten Vorgeschmack auf die Hitzewelle gab es am Mittwochnachmittag in Zion mit 34,4 Grad. Am Freitag war es bei Nordwind sehr heiß, vor allem im Süden. Mit 36,6 Grad in Biasca wurde dank der Unterstützung des Nordföhns im Süden die höchste Junitemperatur seit Beginn der Messungen gemessen. Gemessen wird in Biasca allerdings erst seit September 2017. Besonders heiß war es am Samstag im Norden. In Basel zeigte das Thermometer 35,5 Grad. Teilweise wurden sogar noch höhere Werte gemeldet, die aber nicht an einer offiziellen Station mit Referenz gemessen wurden.
Legende: Fiescheralp / Märjelensee. Die Alpen haben größtenteils geschneit. Wenig überraschend lag die Null-Grad-Grenze am Samstag bei 4.300 Metern. Klaus Mining
Die heißeste Zeit des Jahres steht noch bevor
Absolute Höchsttemperaturen im Juni sind eher selten. Die heißeste Phase des Jahres wird nur während der Hundetage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August erreicht. Schaut man sich die Jahreshöchststände in der Schweiz im 21. Jahrhundert genauer an, so stellt man fest, dass die Jahreshöchststände neun Mal im Juli, acht Mal im August und nur fünf Mal im Juni auftraten und auch die absoluten Höchststände deutlich im Juli und August. höher als im Juni. Für den August liegt das absolute Maximum bei 41,5 Grad (2003) und im Juli bei 39,7 Grad (2015). Die aktuellen Temperaturen sind eher bescheiden.
Woher kommt die Wärme?
Vor einigen Tagen gab es vor der portugiesischen Atlantikküste ein Tiefdruckgebiet, in dem sich zu diesem Zeitpunkt das klassische Hoch der Azoren befinden sollte. Die Folge davon war, dass sich die Südströmungen in den letzten Wochen immer wieder von Spanien bis zu den Alpen durchsetzen konnten. Dies führte vor etwa einem Monat zu den ersten heissen Tagen in der Schweiz. Spanien leidet seit Tagen unter Dauerhitze. Im Raum Sevilla-Córdoba wurden im Laufe einer Woche fast konstant Temperaturen von etwa 40 Grad gemessen, mit Höchstwerten von bis zu 43 Grad. Als sich am Wochenende das Tiefdruckgebiet nach Biskaya verlagerte, verlagerte sich diese Hitze nun in die Alpen. Da die Sonne hier nicht so stark ist wie in Spanien, waren die Maximaltemperaturen nicht so hoch. Am Samstag verlagerte sich das Hitzezentrum von Südspanien in den Südwesten Frankreichs. In Biarritz wurden 43 Grad gemessen. Aber auch nahe der Schweizer Grenze waren es 37 Grad, zum Beispiel im elsässischen Colmar. Am Sonntag verlagerte sich die Hitze noch weiter nach Nordosten. Während es im Südwesten Frankreichs bereits kühlte, waren es in Straßburg im Elsass 38 Grad. Auch in Ostdeutschland war es sehr heiß. In Dresden wurden 38,5 Grad gemessen.