FDP-Burkart kontert Angriff: „Mit GLP gäbe es einen deutlichen Linksruck“

FDP-Präsident Thierry Burkart (46) zeigt sich vom Säbelrasseln der Grünliberalen nicht beeindruckt. «Eine Partei, die noch nicht in den Ständerat eingezogen ist und in den Kantonen fast keine Regierungsmitglieder hat, hat keine Legitimation, im Bundesrat vertreten zu sein», konterkariert der Aggressionsdrang von GLP-Präsident Jürg Grossen (52 Jahre). .

Grossen kündigte in der «NZZ am Sonntag» die Ambitionen seiner Partei bei den anstehenden Nationalratswahlen im Herbst 2023 an: Wenn sie mehr als zehn Prozent und die entsprechende Anzahl Sitze im Parlament kriegen, «dann werden wir einen Sitz im Bundesrat beanspruchen» .

„Die LPG gehört dem Bundesrat“, sagte Grossen. I: Wenn die Grünen ihren Anteil behalten können, dann auch für sie. „Es gibt Platz für einen grünen Bundesrat und einen grünliberalen Bundesrat“, sagte Grossen.

GLP-Großen strebt den FDP-Sitz an

Von einem gemeinsamen Bundesökologierat hält er allerdings nichts. “Bei SP und Grünen fordert niemand einen ‘Bundesrat der Union’, bei FDP und SVP keinen ‘Bundesrat des Automobils’.” Außerdem seien GLP und die Grünen Verbündete in der Energie- und Umweltpolitik, “aber das ist alles”, sagt Grossen.

Klar sei auch, dass die GLP bei Wahlen einen Sitz im Bundesrat der FDP angreifen würde, so Grossen. “Die FDP steht stärker unter Druck als die SP. Sie ist seit langem überrepräsentiert.” Die Liberalen halten wie die SVP und die SP zwei Sitze in der siebenköpfigen Landesregierung. Das Zentrum hat einen Sitzplatz.

Geht es nach dem GLP-Präsidenten, wäre die Zauberformel des Bundesrates vollumfänglich angepasst: Alle Parteien sollen einen Sitz im Bundesrat bekommen, nur die SVP zwei. “Das wäre mathematisch korrekt.” Grossen stellt sich vor, dass die Grünen einen SP-Sitz einnehmen würden.

„Es gäbe einen deutlichen Linksruck“

Für FDP-Vorsitzenden Burkart ist das keine Option: „Wenn die GLP in den Bundesrat gewählt würde, gäbe es einen deutlichen Linksruck in der Landesregierung“, gibt er zu bedenken. Im Nationalrat stimmte die Partei in drei Viertel der Fälle links-grün.

Im Moment macht sich der Präsident der FDP aber überhaupt keine Sorgen. „Die Umfragen zeigen, dass wir wachsen“, betont er. Zudem würden die beiden FDP-Bundesrätinnen Justizministerin Karin Keller-Sutter (58) und Aussenminister Ignazio Cassis (61) einen guten Job machen. Und: «Es ist nicht im Interesse des Landes und der Stabilität, Bundesräte abzuwählen, die gute Arbeit leisten.»

Die Parteien im Bundesrat wollen niemanden wählen

Es entspricht jedenfalls nicht der politischen Kultur der Schweiz, die ordentlichen Bundesratsmitglieder abzuwählen. Mit dieser Argumentation haben die etablierten Bundesratsparteien die bisherigen Bestrebungen der Grünen um einen Regierungssitz verteidigt. Rein rechnerisch hätte die Öko-Partei bereits 2019 einen Sitz im Bundesrat erhalten. Eine Kandidatur der damaligen Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (60) hatte keine Chance.

Dieses Schicksal könnte den Grünen und Grünliberalen 2023 erneut drohen. Bisher zeigen die anderen Parteien jedoch kein Interesse daran, ihre Macht abzugeben. (db)

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