28. Mai 2022 um 14:09 Uhr
DFL veröffentlicht Finanzkennzahlen: So schlägt Borussia Crown 2021 im Liga-Vergleich
18 Bilder von Borussias Umsatz und Gewinn seit 2005
Foto: Dirk PŠffgen / Dirk Paeffgen (dirk)
Mönchengladbach Kurz vor der Mitgliederversammlung ist klar, wie viel Borussia Mönchengladbach im vergangenen Jahr verloren hat. Vermögen schrumpft, Personalkosten sind nach dem Rekord von 2020 gesunken.
Stephan Schippers wird sein Mantra, dass Borussia Mönchengladbach „nicht reich ist, aber er ist“, wahrscheinlich bei der Hauptversammlung am Montag im Borussia-Park wiederholen. Wenn der Geschäftsführer auf der Bühne vor der Südtribüne über die Finanzen des Vereins spricht, geht es nicht wie früher oft um Rekorde, sondern um einen sanfteren Absturz. Ein Verlust von 14,6 Millionen Euro: Diese Zahl wurde bereits vorab bekannt gegeben, weil die Deutsche Fußball Liga (DFL) zum vierten Mal die Finanzdaten der Bundesligisten veröffentlicht hat.
„Die Bilanz wird ähnlich ausfallen, sodass wir in beiden Jahren gegenüber dem Rekordjahr 2019 einen Umsatz von 50 Millionen Euro verloren haben werden, von dem wir glücklicherweise rund zwei Drittel auffangen konnten. Es bleiben insgesamt 34 Millionen Euro als Folge eines zweijährigen Corona-Negativs übrig“, kündigte Schippers im Februar in einem Interview mit unserer Redaktion an. Tatsächlich sind nach 16,8 Millionen weniger als 2020 jetzt nur noch 31,2 Millionen Interpretation: Es hätte schlimmer kommen können, Borussia hatte 2019 mit einem Plus von 12,2 Millionen abgeschlossen.
Die von der DFL zum vierten Mal veröffentlichten Zahlen zeigen erstmals die Geschäftsjahre aller Klubs, die vollständig von der Corona-Pandemie geprägt waren. Für fünf, darunter Gladbach, ist dies das Kalenderjahr 2021, für den Rest der Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021. Nur der SC Freiburg (9,8 Millionen), RB Leipzig (3,7 Millionen) und der FC Bayern München ( 2.3). Millionen) haben ein positives Ergebnis erzielt. Die größten Verluste nach Steuern machten Hertha BSC (77,9 Millionen) und Borussia Dortmund (72,8 Millionen).
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Der Kleinste ist größer als der Gladbacher am 1. FC Köln und FC Schalke 04, eigentlich auch 1899 Hoffenheim und der VfL Wolfsburg, aber Mäzen Dietmar Hopp und der Mutterkonzern machen dort die Verluste wieder wett. Gleiches gilt für Bayer 04 Leverkusen, auch der „Werksklub“ landete klar in Rot. Im Gegenzug verpuffen aber auch die Vorteile in guten Jahren.
Die Personalkosten der Borussia hatten 2020 mit 104,3 Millionen Euro einen Rekordwert erreicht, auch aufgrund hoher Bonuszahlungen im Zuge der Qualifikation für die Champions League. Mit 98,9 Millionen wurden nun wieder die Zahlen des Jahres vor der Pandemie 2019 erreicht, 2018 hatte der Klub nur 82,9 Millionen Gehälter gezahlt. Im vergangenen Jahr belegte Gladbach im Ligavergleich den sechsten Platz hinter den Bayern, Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Wolfsburg, knapp vor Frankfurt und Hertha. Die Freiburger Europapokal-Qualifikanten (53 Mio.) und Union Berlin (40,1) gehören in Sachen Effizienz zu den großen Gewinnern.
Die Rekordbilanzsumme von Borussia stieg von 103,3 Millionen im Jahr 2019 auf 86,4 Millionen und nun auf 71,8 Millionen. „Es tut weh, keine Frage, und wir können trotzdem sagen, dass wir mit weniger als 30 Millionen Euro für zwei Jahre Crown im Ligavergleich ein ziemlich gutes Ergebnis erzielen konnten“, sagte Schippers kürzlich dem „Kicker“.
Obwohl in der zweiten Jahreshälfte 2021 fast 50.000 Zuschauer in den Borussia-Park zurückkehren konnten, sahen die Geisterspiele der ersten Jahreshälfte insgesamt rund 800.000 weniger als in vergleichbaren Zeiten ohne Corona. Allein hier beläuft sich der Umsatzausfall auf mehr als 20 Millionen Euro. Zudem kehrte erst Ende Mai 2021 langsam wieder etwas in den Borussia-Park zurück, nachdem Restaurants, Fanshop, Hotel und Museum monatelang im Lockdown geschlossen waren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Klub weder 2020 noch 2021 nennenswerte Transfereinnahmen generierte.
In einer vom Corona-Virus betroffenen Bundesliga konnte sich die Borussia jedoch auf ihr gutes Immunsystem verlassen. Wie die Prognose für 2022 aussieht, wird am Montag sicherlich ein Thema sein.
Hier ist die Fotogalerie: Umsatz und Gewinn der Borussia seit 2005