Die Menschen in Deutschland haben ihre Reiselust wiederentdeckt: „In den vergangenen Monaten waren die Buchungen im Wochenvergleich fast konstant höher als 2019, also vor der Krone“, berichtet der Deutsche Reiseverband (DRV). Das Problem: Dem hohen Fahrgastaufkommen steht weniger Personal gegenüber. Das sorgt seit Monaten im Berufsverkehr für Chaos an Flughäfen in Deutschland und Europa.
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In Hannover sind es derzeit vor allem Reisende, die über Nacht Urlaubsflüge in die Türkei, nach Griechenland und andere Mittelmeerziele unternehmen wollen. Sie sehen sich oft mit sehr langen Warteschlangen konfrontiert, wenn es um die Abrechnung geht. Deshalb vermissen Urlauber ihre Maschine immer wieder. In NRW sieht es nicht besser aus – bis zu 300 Meter lange Schlangen sollen sich am vergangenen Wochenende gebildet haben.
Die Bundesregierung kann die Probleme bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen Hannover-Langenhagen nicht kontrollieren. Dieses Foto wurde am 24. Mai 2022 aufgenommen. Das Flugzeug nach Heraklion sollte um 5:45 Uhr starten, aber um 6 Uhr morgens warteten die Insassen immer noch auf etwa 15 vermisste Passagiere.
© Quelle: Privat
„Auch diesen Freitag habe ich live und in Farbe am Flughafen Düsseldorf gelebt“, teilte der Inhaber eines Reisebüros auf Facebook mit. „Planmäßiger Abflug gegen acht, meine Ankunft am Flughafen gegen Viertel vor fünf. Check-in-Zeiten an den EW-Schaltern – zwischen 153 und 170 waren geöffnet – etwas mehr als eine halbe Stunde, gefolgt von einer Sicherheitswartezeit von knapp einer Viertelstunde werden über drei Stunden empfohlen.
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Im niederländischen Amsterdam-Schiphol mussten Reisende manchmal sogar bis zu drei Stunden vor der Sicherheitskontrolle warten. Ähnliche Bilder gibt es zum Beispiel von anderen britischen Flughäfen.
Einige Fluggesellschaften ergreifen Maßnahmen: Die niederländische Fluggesellschaft KLM stellt den Ticketverkauf am Himmelfahrtswochenende ein. British Airways hat seit Anfang April rund 1.400 Flüge gestrichen und will im großen Sommergeschäft 5 Prozent der Kapazität abbauen.
Auch Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa reduziert ihren Flugplan: „Lufthansa streicht vorsorglich vereinzelte innerdeutsche Flugverbindungen, um betriebliche Engpässe zu beheben“, sagte ein Sprecher der Airline dem Deutschen Verlagsverbund (RND) am Mittwoch. Dies sei notwendig, weil unter anderem “aufgrund von Personalmangel an Flughäfen, Sicherheitskontrollen und der Flugsicherung Verspätungen unvermeidlich sind und Anschlussflüge nicht erreicht werden können”.
20 % des Personals fehlen
Grund für die Probleme ist der Personalmangel bei Sicherheitsdiensten und Bodendienstleistern. „An allen Standorten fehlen den im Passagiermanagement tätigen Dienstleistern rund 20 Prozent des Bodenpersonals im Vergleich zur Zeit vor der Corona. Das kann zu Stoßzeiten, insbesondere zu Stoßzeiten, zu Engpässen beim Einchecken, beim Einladen des Gepäcks und beim Einchecken führen Luftsicherheitskontrolle“, sagt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV).
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Zusätzlich zu Warteschlangen beim Check-in und bei der Sicherheitskontrolle könnte der Mangel an Arbeitskräften bei den Bodendiensten dazu führen, dass Reisende länger als gewöhnlich warten müssen, um ihr Gepäck nach der Landung zu erhalten.
Bei Aeroground, einer Tochtergesellschaft des Münchner Flughafens, die unter anderem für das Be- und Entladen von Flugzeugen zuständig ist, läuft der Betrieb derzeit weitgehend ohne Engpässe. Für den Sommer haben sie jedoch nach Angaben des Unternehmens damit begonnen, mehr Mitarbeiter einzustellen.
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© Schrift: dpa
Am Frankfurter Flughafen heißt es in der Anfrage des RND, dass „mancherorts noch immer nicht genug Personal zur Verfügung steht“. Auch die Flughafentochter FraGround will in diesem Jahr bis zu 1.000 neue Mitarbeiter einstellen. Fachkräftemangel gebe es derzeit in vielen Dienstleistungsberufen, so Beisel, auch im Fahrgastmanagement.
Die angespannte Situation des Fahrgastpersonals werde nach Möglichkeit entspannt, sagt Beisel. „Viele Flughäfen setzen an Hot Spots zusätzliches Personal ein, wie zum Beispiel sogenannte Walker. Sie dienen als Ansprechpartner für wartende Passagiere, zum Beispiel vor dem Check-in. Sie teilen den Passagieren mit, welche Dokumente sie bereithalten müssen. Das spart Zeit beim Check-in Gepäck “.
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Steht uns eine chaotische Reisesaison bevor?
Wird es gelingen, genügend neue Mitarbeiter für den Sommer einzustellen? Experten halten es für unwahrscheinlich. Für den Frankfurter Flughafen bereitet der Flughafenbetreiber Fraport bereits Passagiere auf die Probleme vor. Er rechne auch im Sommer mit Problemen bei der Abwicklung des Flugzeugs, da noch nicht 100 Prozent Personal da sei.
Die Zunahme des Flugverkehrs seit der Corona-Ruhe laufe sehr schnell, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstag auf der Mitgliederversammlung des M-Dax-Konzerns. Im Sommer erwartet sie zwischen 70 und 75 Prozent des Passagieraufkommens vor der Krise, mit sehr starken Betriebsspitzen, sagte Schulte.
Der Fraport-Chef kündigte an, den Flugplan wie zu Ostern in enger Abstimmung mit den Airlines zu gestalten. Flüge sollten verschoben oder gestrichen werden, um Chaos zu vermeiden. Bis Ostern hatte der Hauptkunde der Lufthansa bereits mehr als 100 Flüge gestrichen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Wie Fahrgäste helfen können
Mit ihrem eigenen proaktiven Verhalten können Passagiere dazu beitragen, dass Check-in-Wartezeiten, Sicherheitskontrollen usw. möglichst kurz sein. Dazu gehört: „Flug online einchecken und das gesamte Gepäck aufgeben, damit aus Sicherheitsgründen weniger Koffer eingecheckt werden müssen. Um sicherzustellen, dass unsere Passagiere ein gutes Reiseerlebnis haben, tun wir unser Bestes, um den Betrieb so reibungslos wie möglich zu gestalten “, erklärt der CEO von ADV.
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Diese Tipps helfen allen Beteiligten dabei, dass alles gut funktioniert:
- Seien Sie immer mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen: In dieser Zeit können Sie ruhig vor Ihrer Tür ankommen.
- Informieren Sie sich vorab über die Einreisebestimmungen: Viele Länder verlangen ein Anmeldeformular oder einen negativen Covid-Test. Mitarbeiter von Fluggesellschaften müssen oft prüfen, ob die erforderlichen Dokumente vorhanden sind, bevor sie in den Flug einsteigen.
- Geben Sie den Koffer am Vorabend ab: Dies ist eine gute Idee, wenn Sie einen frühen Flug haben, um Warteschlangen am Tag der Reise zu vermeiden. Dieser Service ist nicht bei allen Fluggesellschaften verfügbar, ein direkter Anruf beim Kunden wird dies klären.
- Einige Flughäfen verwenden Symbole auf ihren Monitoren, um zu dieser Zeit einen schnellen Überblick über die Sicherheitskontrollen zu geben. So können Reisende leicht erkennen, welche Kontrolle die kürzeste Wartezeit hat.
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