8. Juli 2022 um 19:45 Uhr
Wieder lange Schlangen: Bundespolizei unterstützt Sicherheitskontrollen an NRW-Flughäfen
Auf den Flughäfen herrschte in den vergangenen Wochen immer wieder Chaos.
Foto: dpa / David Young
Düsseldorf Am Freitagnachmittag und -abend kam es erneut zu langen Wartezeiten für Passagiere an Flughäfen, insbesondere in Köln/Bonn. Einige Passagiere waren bereits acht Stunden vor ihrem Abflug. Bundespolizisten mussten bei Sicherheitskontrollen helfen.
Am Flughafen Köln/Bonn gab es am Freitagnachmittag erneut lange Schlangen vor der Sicherheitskontrolle. Die Passagiere stellten sich vor den Gebäuden auf und blieben von Terminal zu Terminal. Manchmal betrug die Wartezeit zwei Stunden und mehr, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. Aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens müsse auch die Bundespolizei eingreifen, um die Kontrollen zu unterstützen, sagte Jens Flören, ein Sprecher der Bundespolizei. Zehn Agenten halfen bei der Einweisung und Rückführung des Gepäcks. Dies soll das „ultimative Verhältnis“ sein, um besonders große Menschenmengen zu bewältigen.
Aus Tarims Sicht zeigt das Eingreifen der Bundespolizei, dass die Lösung der Personalkrise im Sicherheitsbereich falsch eingeschätzt wurde. „Es ist traurig, dass der Staat Kontrollaufgaben zunächst in private Hände gelegt hat und diese nun mit Nebentätigkeiten unterstützen muss“, sagt Tarim. Am frühen Abend habe sich die Bundespolizei nach einer Einigung mit der Landespolizei entschieden, mit uniformierten Körperschaften am Flughafen Präsenz zu zeigen, erzählt Floren. Dies war bei der großen Anzahl an Passagieren notwendig geworden, auch um die Abfahrten zu sichern. Flören: „Aber das ist in solchen Situationen ein ganz normaler Vorgang.“
30 Bilder Chaos am Flughafen Düsseldorf: Ein Rückblick auf die letzten Jahre
Foto: dpa / Henning Kaiser
Auch Passagiere wurden am Freitag in Düsseldorf unterstützt. Wegen Personalmangels sei am Samstag und Sonntag noch mit längeren Wartezeiten zu rechnen, sagte ein Düsseldorfer Flughafensprecher.
Um rechtzeitig in das Flugzeug einsteigen zu können, seien viele Touristen bis zu acht Stunden vor Freitag zum Flughafen gekommen. Dieses „neue Phänomen“ mache die Lage noch unübersichtlicher, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Passagiere müssen außerdem sicherstellen, dass sie nur erlaubte Gegenstände im Handgepäck haben.
„Man kann den Fahrgästen keinen Vorwurf machen, wenn man nicht rechtzeitig Personal eingestellt hat“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim am Freitag. Touristen wurden gebeten, früher zu den Flughäfen zu kommen. An diesem Samstag wartet er wieder auf lange Schlangen, um “das Bett zu wechseln”. Auch für die Mitarbeiter ist die Situation belastend. Laut Tarim liegt die Erkrankungsrate beim Sicherheitspersonal derzeit bei rund 20 Prozent.
Der Flughafen Düsseldorf erwartet zum dritten Feiertagswochenende rund 179.000 Passagiere. Der Flughafen Köln/Bonn erwartet rund 108.000 Passagiere.
(ja / mit dpa)