Flugnotfall von Mallorca-Jet aus Nürnberg: Passagiere sprechen jetzt: „Es war beängstigend“

– Für 203 Passagiere eines Jets, der von Nürnberg nach Mallorca abhob, begannen die Ferien mit einer Überraschung. Ein plötzlicher Druckabfall im Cockpit zwang den Ferienflieger zu einer Notlandung in der Schweiz. Jetzt sprechen die Zeugen.

Plötzlich sinkt der Druck in der Kabine, die Crew macht Notfalldurchsagen, Sauerstoffmasken fallen vom Dach. Was wie ein absoluter Alptraum erscheint, war für mehr als 200 Passagiere an einem Boeing-Sonntag Realität. Summers wollte von Nürnberg nach Mallorca, und der Jet hob in den frühen Morgenstunden ab. Die Reise begann normalerweise. Check-in, Sicherheitskontrollen, die Airline Corendon startete unauffällig. Auf der Schweiz jedoch änderte sich die Situation an Bord schlagartig.

Aufzeichnungen des Flugverfolgungsportals Flightradar24.de zeigen, wie die Corendon-Maschine zunächst eine Schleife über den Genfersee schleifte und dann nach Deutschland zurückkehrte. © Flugradar24.com

Aufgrund eines Luftnotfalls drehte die Maschine plötzlich in der Schweiz zwischen Lausanne und Genf und kehrte um. An der deutschen Grenze machte die Boeing 737-85R eine weitere Schleife und musste im schweizerischen Basel notlanden. “Es war sehr beängstigend”, sagte Benjamin Pfuhler unserer Zeitung. Er ist einer der Passagiere, die im Corendon-Jet saßen. Eigentlich wollte Pfuhler mit seinen vier Kindern und seiner Frau an ihrem achten Hochzeitstag in die Sonne. Doch dann kam alles anders.

Zunächst wurde ein “Notruf” für den Sprecher gerufen; dann fielen Sauerstoffmasken von der Decke. Das Personal wies die Passagiere an, normal zu atmen. Auch ein anderer Jetsman des Jets sprach mit unserer Zeitung über die Notlandemeldung. „Die Stimmung war seltsam ruhig, also kein Geschrei oder Panik“, sagt der Mann auf dem Weg nach Mallorca. “Es gab einen schnellen Abstieg”, sagt der Mann, “der drei bis fünf Minuten gedauert hat.” Wenig später landete die Maschine wohlbehalten in Basel.

Augenzeuge: “Es roch nach Abgas”

Zuerst seien Personaldurchsagen gewesen, sagt Pfuhler. “Kurz darauf roch es nach Abgas.” Wie es zu dem Luftnotfall kam, ist noch unklar. Corendon Airlines hat bisher eine Frage unserer Redaktion unbeantwortet gelassen.

Der Flughafen Basel spricht von einem technischen Defekt. „Das Cockpit des Flugzeugs begann drucklos zu werden“, sagte ein Sprecher. Das medizinische Personal ging sofort hinaus, um die Passagiere, darunter rund zwanzig Kinder, zu untersuchen.“ 37 von ihnen klagten nach dem Vorfall über Tinnitus und Trommelfellschmerzen. Der Sprecher sagte: „Der Vorfall hat keine Auswirkungen auf den Flugverkehr in Basel“.

Passagiere loben die Airline und das Bodenpersonal

Auch die Rettungsaktion nach der Landung verlief laut Augenzeugen professionell. „Alle Passagiere mit Problemen konnten sofort aussteigen“, sagt ein Tourist. “Soweit ich das beurteilen kann, gab es eine Person mit Kreislaufproblemen, alle anderen Probleme mit Hörverlust.”

„Alles hat gut geklappt, die Crew hat einen tollen Job gemacht“, sagt Benjamin Pfuhler, der in der ersten Reihe des Jets saß. “Niemand geriet in Panik, eher schockiert.” Er weist darauf hin, dass Corendon Airlines nichts vorgeworfen werden kann, im Gegenteil. Auch das Bodenpersonal in Basel versorgte die Gestrandeten umgehend mit Essen und Trinken. “Sie haben sogar Kinderspielzeug mitgebracht.”

Wenn alles gut geht, sollten Nürnberg-Touristen am Sonntag in ihren wohlverdienten Urlaub nach Palma de Mallorca fliegen.

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