Die Häuser in der Stadt Sohbat Pur sind von Wasser umgeben – fast eine Million Häuser wurden zerstört. (Quelle: Zahid Hussain/AP/dpa)
Es sei 30 Jahre her, dass es so heftig geregnet habe, sagte Sharif. Er sprach von einem „Ozean“ der Überschwemmungen. Zuvor hatte Islamabad den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Am Sonntag trafen Erste-Hilfe-Flüge aus der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein.
„Klimadystopie vor unserer Haustür“
In abgelegenen Bergdörfern warteten am Montag noch unzählige Menschen auf Hilfe. Selbst pakistanische Militärhubschrauber haben in dem unwegsamen Gelände Probleme beim Landen. Ebenso hart gestalteten sich die Rettungsarbeiten in der weitgehend überschwemmten Provinz Sindh im Süden des Landes.
Auch Klimaminister Rehman sagte am Montag, dass alles ein großer „Ozean“ sei. Es gibt keinen Platz, um das Wasser zu entfernen. „Das ist nicht mehr der normale Monsun, das ist eine Klimadystopie vor unserer Haustür“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Auch die volkswirtschaftlichen Kosten sind verheerend.
ein Seuchenausbruch wird befürchtet
Die Hilfsorganisation Malteser International entsendet nun mobile medizinische Teams in betroffene Regionen, um der Ausbreitung von Seuchen entgegenzuwirken. „Die Situation in Überschwemmungsgebieten wie in der Provinz Sindh ist verheerend. Nach heftigen Regenfällen seit Juni drohen nun Krankheiten wie Cholera auszubrechen“, sagte Cordula Wasser, Leiterin der Asienabteilung. .
Außerdem will die Hilfsorganisation Zelte, Medikamente und Bargeld an besonders betroffene Familien in den Distrikten Sanghar und Mirpur Khas verteilen.
Die Monsunzeit dauert bis September
Laut Rehman sind die diesjährigen Stürme noch schlimmer als 2010, als fast ein Fünftel Pakistans überflutet wurde und etwa 2.000 Menschen ihr Leben verloren. Etwa 20 Millionen wurden obdachlos.
(Quelle: Asim Tanveer/AP/dpa)
Die jährliche Monsunzeit dauert normalerweise von Juni bis September. Er spielt eine enorm wichtige Rolle für die Landwirtschaft und Wasserversorgung, verursacht aber auch immer wieder verheerende Überschwemmungen.
Doppelt so viel Regen wie sonst
Nach Angaben des Wetterdienstes hat es in diesem Jahr in ganz Pakistan doppelt so viel geregnet wie sonst. In den südlichen Provinzen Sindh und Belutschistan war die Regenmenge mehr als viermal so hoch wie im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte.
Pakistan ist besonders anfällig für den Klimawandel. Laut der deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch liegt es auf Platz acht der am stärksten von Extremwetterereignissen bedrohten Länder. Die Regierung in Islamabad sieht ihr Land als Opfer der unverantwortlichen Umweltpolitik anderer Staaten, die sie für den Klimawandel verantwortlich macht.