Kurz vor Mitternacht war es für die Schweiz in Montreal schon offiziell: Die Rennleitung verhängte eine Busse gegen Alonso. Er behinderte Bottas im Finale per Zickzack.
Die Quittung des Spaniers, der in der ersten Reihe neben dem späteren Sieger Verstappen gestartet war: Fünf Sekunden Strafe später!
Beide Alfa-Sauber (Bottas Neunter 7., Zhou Neunter 8.) überholten den Alpen-Oldie (bald 41.) im Klassement. Alonso wurde schließlich Neunter.
Alonso wechselte fünf Mal die Seite
Bottas zu Blick: «Jeder andere Prozess wäre eine Fehlentscheidung gewesen.» Als der Finne nach vorne wollte, wechselte Alonso fünf Mal die Seite, nur ein Manöver ist erlaubt.
Statt sechs gibt es nun zehn WM-Punkte für Hinwil. Teamleiter Vasseur: „Ein toller Tag für die Crew: Diese Punkte sind wohlverdient.“
Tiefpunkt in Baku vor einer Woche
Erst vor einer Woche erlebte Alfa-Sauber in Baku den Tiefpunkt der Saison, als in Dschidda nur ein elfter Platz neben einem Rückzug stand. Nun folgt die Rückkehr in den Punktezirkus beim GP von Kanada.
Applaus dort, wo BMW-Sauber im Juni 2008 mit Kubica und Heidfeld sogar einen Doppelsieg feierte. Aber am Sonntag gibt es zehn Goldpunkte für die Zukunft, für die Moral ist es der Lohn für den Kampfgeist. Bei der WM liegt Alfa-Sauber mit 51 Punkten in Reichweite von McLaren (65) und Alpine (57).
Vasseur: „Wir haben ein Auto, das unter normalen Umständen in der Lage sein sollte, beiden Fahrern Punkte hinzuzufügen. Das war vor Montreal leider nur zum Saisonstart in Bahrain so.“
Damals wurde der Finne sogar Sechster und der Chinese feierte als 63. Fahrer der Geschichte sein Grand-Prix-Debüt mit seinem ersten WM-Punkt.
Drei Perioden der Autosicherheit
Das Rennen wurde von zwei Phasen virtueller Sicherheitsautos und einer realen entschieden. Hier kamen Strategen mit oder ohne Reifenstopp in ihre eigene Richtung. Auf der Strecke war bereits vieles entschieden, obwohl Sainz bei der Ankunft nah an Verstappen dran war. Aber der Spanier stand zum elften Mal auf dem Podium, aber noch nie als Sieger!
Verstappen nach seinem 26. Sieg: „Die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden hat uns vor Ferrari gerettet.“
Hamilton: “Mercedes und ich werden niemals aufgeben”
Mehr Applaus bekam aber der Drittplatzierte: Hamilton im Mercedes. Vor einer Woche in Baku kam er wegen Rückenschmerzen kaum aus dem Taxi, aber hier fühlte er sich fast wie ein junger Mann: „Mercedes und ich werden niemals aufgeben. Wir kommen der Spitze immer näher. Das ist unsere Herausforderung im Jahr 2022.“ Sie haben von 2014 bis 2021 mit 15 von 16 genug WM-Titel geholt.
Nicht unerwartet erlebte Haas-Ferrari ein Debakel. Nach der Wertung, vom Regen nur sensationell in die dritte Startreihe gezogen, blieb bei sonnigen Bedingungen nicht mehr viel. Magnussen brach bald seinen Vorderflügel. Er wurde 17. und letzter.
Und Schumi beendete den Job nach 18 Runden auf Platz 8, einem ausgefallenen Elektromotor oder dem 30. Deutschlandrennen ohne Punkte!