Die Formel 1 probt den Slalom um die Teiche und endet mit einer Premiere: Beim Großen Preis von Großbritannien wird der Spanier Carlos Sainz jr. zum ersten Mal in seiner Grand-Prix-Karriere auf der Pole-Position. Das überraschte sogar den Tagesbesten bei Ferrari selbst: “Ich fühlte mich schlecht da draußen.”
In den dramatischen Schlussminuten der verregneten Wertung distanzierte der Spanier, der seit 149 WM-Rennen nicht gewonnen hatte, den Favoriten Max Verstappen um winzige 72 Tausendstel, Charles Leclerc im zweiten Ferrari, gefolgt vom Mexikaner Sergio Perez andere Red Bull Rennwagen. Lewis Hamilton, der Rekordsieger von Silverstone, wurde Fünfter.
„Wir haben ein gutes Auto für das Rennen“, glaubt der niederländische WM-Führende Verstappen, der sich einst dramatisch gedreht hatte, als er mit zu viel Risiko Zeiten jagte.
Luft 14 Grad, Asphalt 19, leichter Regen. Ein ganz normaler britischer Sommertag, aber besonders unangenehm für diejenigen, die mit mehr als 300 km/h ein Cabrio fahren müssen, von den Wartezeiten auf der Tribüne ganz zu schweigen. Zum zweiten Mal in Folge startete die Qualifikation für ein Formel-1-Rennen im Regen. Die Favoriten befürchteten, sie warteten auf Letzteres. Alles sprühen. Im Fahrerlager von Silverstone gab es noch Sonnenliegen vor einer Bar im Freien, und auf den Videowänden flimmerten Bilder des letzten Miami-Rennens.
Sehnsucht war ein gutes Stichwort, vor allem für die 140.000 Zuschauer, die in diesem Jahr beim Großen Preis von Großbritannien (Sonntag, 16.00 Uhr, FAZ live Formel 1 und Sky) erwartet werden, die zum Feld von Mercedes gezählt werden. Ein Silberpfeil, der sich von der Unterseite der Karosserie zu den Seiten erholt hat, soll im Auto der Firma der Kombination der britischen Fahrer Lewis Hamilton und George Russell endlich das nervige Aufprallen und die brutale Landung besiegen. Noch funktioniert es nicht perfekt, das „Hüpfen“ war vor allem in den Kurven noch zu spüren, aber der Chef des Mercedes-Teams, Toto Wolff, sprach von einem großen Sprung und machte vor dem Sky-Mikrofon unter sich eine gute Miene the grey sky: „Das ist das beste Auto, das wir in dieser Saison hatten. Wir sind wieder im Spiel.“
Enttäuschungen für Schumacher und Vettel
Der Start der europäischen Saison, die bis Mitte September andauerte, wurde von vielen Rennställen für eine Generalüberholung bisheriger Teams genutzt. Red Bull hat seinen schlanken Boliden einen neuen Schliff verpasst, die Rennwagen von Alpine und Williams-Mercedes haben aerodynamische Gesichter verändert. Die Gelegenheit ist auch gerade gut, denn neben der aktuellen Budgetobergrenze hat die Formel-1-Führung einen Inflationszuschlag in Aussicht gestellt.
Das instabile Klima in Mittelengland machte es jedoch schwierig, die Auswirkungen auf das aktuelle Kräfteverhältnis genau zu überprüfen. Bemerkenswert und wohl auch den schwierigen Bedingungen geschuldet waren die neunten Startplätze des Chinesen Guanyu Zhou im Alfa Romeo und zehn des bisherigen Kanadiers Nicolas Latifi im Williams.
Die Leistung der beiden deutschen Formel-1-Fahrer war an diesem Samstag enttäuschend eindeutig. Mick Schumacher, dessen fahrerisches Können in letzter Zeit deutlicher geworden ist, wurde mit dem Haas-Ferrari, der noch keine neuen technischen Teile hatte, Vorletzter. Dem 23-Jährigen wurde erneut ein Problem am Auto vorgeworfen: Das Lenkrad stand schief und hing nach links, die Balance war falsch. Manchmal hat das Auto viel überschritten, manchmal hat es die Kurven überschritten.
Trotz der Pannenserie, die der Rennstall zu verantworten hat, macht ihm Teamchef Günther Steiner weiter Druck: „Er weiß, dass er es kann, er hat Vertrauen in sich selbst und er braucht einfach noch ein bisschen Glück. Er hat in Montreal im Rennen bewiesen, dass er da ist. Er hat Vertrauen. Jetzt muss man nur noch Punkte holen, um zu beweisen, dass es machbar ist.“
Sebastian Vettel mit dem im Juni überprüften Aston Martin musste im ersten Qualifying-Abschnitt auf Platz 18 aufgeben, der Heppenheimer fluchte ins Helmmikro: “Nicht mehr, nicht mehr.” Die Updates haben einfach nicht funktioniert. noch.
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Hermann Renner, Silverstone
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Am Sonntag vor dem zehnten WM-Lauf wird der Hesse das Auto des 30-jährigen Weltmeisters Nigel Mansell auf der Rennstrecke von Silverstone pilotieren. Nicht als Hommage an den britischen Publikumsliebling, sondern um ein weiteres Beispiel für Klimabewusstsein selbst zu geben: Der Williams-Renault wird speziell mit Biosprit betankt. Für sein aktuelles Auto fielen ihm nur drei Worte ein: „Bitter“, „Enttäuscht“. “Langsam.”