Forscher: Apple Watch könnte einen Herzinfarkt mit einem anderen Ort erkennen

Apple warnt deutlich, dass die Apple Watch Herzinfarkte explizit nicht erkennen kann. Diese Meldung erscheint immer dann, wenn Sie mit dem integrierten 1-Kanal-EKG prüfen, ob sich das Herz im Sinusrhythmus befindet oder Anzeichen für Vorhofflimmern vorliegen. Laut einer Forschungsgruppe des Texas Heart Institute ist die Technologie jedoch perfekt geeignet, um Symptome eines Herzinfarkts zu erkennen, zumindest wenn man die Uhr kreativ einsetzt.

Das EKG könnte eine Diagnose stellen

Wie das Team von Emerson C. Perin in dem Papier des Instituts schreibt, sei es denkbar, dass die Uhr bei Brustschmerzen oder anderen Symptomen eines möglichen Herzinfarkts “letztlich als Selbstuntersuchungstool dienen könnte”, um schneller professionelle Hilfe zu bekommen. Allerdings sieht die Gruppe hier noch einige Einschränkungen und fordert mehr Forschung. Die Diagnose eines Herzinfarkts erfolgt normalerweise mit dem Goldstandard des EKG, einem 12-Kanal-Gerät, das Sensoren an bestimmten Stellen des Körpers platziert. Die Apple Watch hingegen hat technisch nur die 1-Kanal-Version, bei der der Stromkreis mit einem Finger auf der digitalen Krone geschlossen wird.

Um eine aussagekräftige Diagnose von Herzinfarkten zu ermöglichen, müssten mindestens zwei weitere Kanäle (Leads) hinzugefügt werden, schreibt das Team, aber es gibt bereits erste Studien, wie dies umgesetzt werden könnte. Auf den ersten Blick wirken sie ein wenig improvisiert: Die Apple Watch wird vom Arm abgenommen und mit ihren Sensoren unten auf andere Körperstellen gelegt, darunter der untere Bauchbereich, der linke Oberschenkel oder das linke Fußgelenk Je nachdem, ob der linke oder der rechte Finger verwendet wird, können auch die Kanäle I, II und III aufgezeichnet werden. Die bisher gewonnenen Daten sind laut den Forschern ermutigend.

Will Apple die Funktion?

Es ist jedoch noch nicht ganz klar, ob Apple diese Methode implementieren würde, um die bisher verfügbaren Herzgesundheitsfunktionen zu erweitern. Es würde die Zustimmung der jeweiligen lokalen Gesundheitsbehörden erfordern, und das Risiko einer Fehldiagnose ist hoch. Außerdem kann es schwierig sein, den Benutzern die richtige Platzierung der Uhr zu erklären, sobald sie vom Handgelenk genommen wird, wo relativ wenig schief gehen kann.

Klingt komisch, funktioniert aber: Erfassen Sie mit der Apple Watch zusätzliche EKG-Kanäle am Körper.

(Bild: Texas Heart Institute Journal)

Soll der aktuelle Standard zur Herzinfarktdiagnostik beibehalten werden, können die beiden fehlenden Kanäle nicht per Software „hinzugefügt“ werden. Als weitere Variante wäre es aber denkbar, per Machine Learning weitere Herzwerte aufzuzeichnen, die die Uhr als Warnzeichen für einen Herzinfarkt aufzeichnet, etwa den Rhythmus. Auch hier müsste sich Apple explizit entscheiden, in diesen Bereich einzusteigen.

(bsc)

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