Fracking in Deutschland? FDP sieht keine „erheblichen Umweltschäden“

Deutschlands Energiekrise

Kommt Fracking zurück nach Deutschland? FDP sieht keine „erheblichen Umweltschäden“

Stand: 08:43 | Lesezeit: 3 Minuten

Streitthema: Gas durch Fracking in Deutschland

Seit Ausbruch des Ukrainekrieges wird viel über die Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland diskutiert. Fracking ist ein wiederkehrendes Thema. In der Politik gibt es prominente Unterstützer der umstrittenen Gasförderung in Deutschland.

Fracking ist in Deutschland seit fünf Jahren verboten. Die Technologie könnte riesige Energiereserven freisetzen und die Abhängigkeit von russischem Gas deutlich verringern. In der mitregierenden FDP werden Forderungen nach einer Rückkehr zum Fracking laut.

Die Energiekrise ist auf ihrem Höhepunkt. „Noch werden Schockwellen über das Land hereinbrechen“, warnt Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller. Er rechnet damit, dass die Mieter die Stromkosten für mehr als 1.000 Euro übernehmen; Unternehmen droht der Bankrott.

Russland drosselt nun seine Gaslieferungen deutlich. Und Wirtschaftsminister Robert Habeck fordert die Deutschen dringender denn je zum Energiesparen auf. Energiesparen „im Notfall“ sollte gesetzlich durchgesetzt werden. Die Regierung kauft Gas, die Speicher füllen sich langsam, die Grünen versuchen zu beruhigen: „Wir nutzen unsere Chancen.“

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Wissenschaftliche Experten sehen das anders. Sie weisen darauf hin, dass auf dem Land dieses Landes große Energiereserven ungenutzt sind. Deshalb fordert der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) die Politik auf, die Erdgasförderung durch Fracking endlich einzubeziehen. „Wir glauben, dass auch Schiefergas für die Förderung in Betracht gezogen werden sollte“, sagten die Wissenschaftler in einer Stellungnahme gegenüber WELT AM SONNTAG.

Luftaufnahme einer Testbohrung in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2014: Fracking wird auch zu Beginn der konventionellen Erdölförderung eingesetzt

Was: pi-Gruppe

Fracking könnte die Abhängigkeit von ausländischem Erdgas, insbesondere russischem, deutlich reduzieren. „Das würde bedeuten, dass wir nach Abschluss der Erkundungsarbeiten mittelfristig auf wenige oder gar keine Erdgasimporte angewiesen wären.“

Unter Deutschland lagern bis zu 2,3 ​​Billionen Kubikmeter Erdgas im Schiefergestein, das ist fast das Dreißigfache des lokalen Jahresverbrauchs. Damit könnte Deutschland jahrzehntelang versorgt werden. Beim dafür notwendigen Fracking wird das Gestein im Boden mit einer Flüssigkeit gebrochen, um Erdgas zu gewinnen.

FDP: „Fracking-Verbotsgesetz inhaltlich immer abgelehnt“

Umweltaktivisten warnen vor Grundwasserverschmutzung und Erdbeben. Aber Wissenschaftler haben in den letzten 20 Jahren zahlreiche Berichte veröffentlicht, die alle zu dem Schluss kamen, dass die Risiken des Frackings leicht beherrschbar sind.

Allerdings wurde Fracking 2017 von der schwarz-roten Regierung verboten Kümpel, zuletzt bei WELT AM SONNTAG.

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Daraufhin wurde das Thema im Wirtschaftsministerium diskutiert, jedoch ohne Folgen: „Eine Lockerung der Regeln für unkonventionelles Fracking ist nicht geplant“, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Auch die SPD wolle kein Fracking: „Derartige Überlegungen gibt es nicht“, sagte die SPD-Bundestagsfraktion dem Bundestag.

Anders der FDP-Ampelpartner. Der Sprecher der Energiefraktion im Bundestag, Michael Kruse, sagt, seine Partei unterstütze einen “deutlichen Ausbau der nationalen Erdgasförderung”. Wir müssen alle Optionen prüfen, die Deutschland unabhängiger von Russland machen. „Wir haben den Inhalt des Fracking-Verbotsgesetzes 2017 von dieser direkten Position aus stets abgelehnt.“

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Torsten Herbst, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, ergänzt: „Wie wissenschaftliche Studien zeigen, verursacht Fracking bei modernen Sicherheitsstandards keine nennenswerten Umweltschäden.“ Wer US-Fracking-Gas importiert, kann nichts gegen die sichere Produktion von Fracking in Deutschland haben.

„Deshalb sollte ernsthaft geprüft werden, ob die größte Förderung von Schiefergas in Deutschland aus wirtschaftlicher und technischer Sicht machbar ist“, sagt Herbst. Der FDP-Abgeordnete Gero Hocker betont, dass bei steigenden Energiepreisen alle Formen der Energiegewinnung berücksichtigt werden müssten, „dazu wird wohl auch das Fracking gehören“.

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Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellt das Fracking-Verbot jedoch nicht in Frage. „Wir haben in der Gruppe keine Diskussion oder Position, die von der aktuellen Rechtslage abweicht“, sagte eine Sprecherin. Immerhin hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kürzlich erklärt, er wolle „den Einsatz von Fracking unvoreingenommen prüfen“.

Allerdings haben die bayerischen Behörden auch mit konventionellen Gasförderungsprojekten zu kämpfen: Sie haben gerade ein „praktisch bohrreifes Gaserschließungsprojekt“ bei der zuständigen Behörde in Bayern eingereicht, berichtet der Generaldirektor eines Rohstoffunternehmens: „Aber die Entscheidungsträger am Standort sehen keinen Anlass, trotz der sich verschlechternden und sich verschlechternden Lage am Einsatz vorhandener Ressourcen zu handeln.

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