Fragwürdige Glückwünsche an DWS-Chef Stefan Hoops

Stefan Reifen

Für den künftigen DWS-Chef Stefan Hoops ist seine Vorgängerin Asoka Wöhrmann eine „inspirierende Führungspersönlichkeit“. (Foto: Martin Leissl für Handelsblatt)

(Foto: Martin Leissl für Handelsblatt)

Frankfurt Glückwünsche nach Beförderungen gelten in beruflichen Netzwerken wie LinkedIn als gutes Benehmen und sind ein Indikator für den Bekanntheitsgrad eines Nutzers. Die rund 70 Glückwünsche, die im Rahmen einer Veröffentlichung einer DWS-Fondsgesellschaft für ihren künftigen Chef Stefan Hoops gesammelt wurden, dürften seinem Status angemessen sein. Schon eine Begrüßung dürfte den neuen DWS-Chef irritiert haben.

„Viel Glück wie immer! Grüße D.“, schreibt Yasser Daniel Wruck, Geschäftsführer der Ice Field GmbH, unter den DWS-Eintrag. Glückwünsche von Unternehmer Daniel Wruck an den neuen DWS-Chef? Manche aus der Finanzszene finden das zumindest seltsam. Schließlich dürfte Wruck zumindest indirekt dazu beigetragen haben, dass Hoops’ Vorgängerin Asoka Wöhrmann bald nach der Hauptversammlung an diesem Donnerstag zurücktreten musste.

Denn die Greenwashing-Vorwürfe, die letzte Woche sogar zu einer Razzia führten, waren wohl nur einer von mehreren Gründen für den Abgang von DWS-CEO Wöhrmann. Auch Wöhrmanns fragwürdige Kontakte zum umstrittenen Geschäftsmann Daniel Wruck könnten eine Rolle gespielt haben.

Wöhrmann, damals Privatkundenchef Deutschland bei der Deutschen Bank, hatte von Wruck den Kauf eines Porsche vermittelt. Gleichzeitig hatte sie auch Geschäfte mit ihm. Wöhrmann verhandelte damals für die Deutsche Bank über ein Joint Venture mit dem Start-up Auto1 und der Allianz, das die Deutsche Bank inzwischen aufgegeben hat.

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Die Bank untersuchte damals den Porsche-Deal, vermutlich ohne etwas zu finden. Da der Deal aber teilweise über Wöhrmanns private E-Mail-Adresse ausgehandelt wurde, dauert eine bankinterne Untersuchung noch an, wie aus Finanzkreisen zu hören ist.

Daraus lässt sich schließen, dass Wöhrmann nicht nur über die Vorwürfe seiner Ex-Nachhaltigkeits-Ex-Desiree Fixler gestolpert ist, sondern auch über seine Kontakte zu Daniel Wruck. Aus diesem Grund werfen Wrucks Glückwünsche zum neuen DWS-Chef zumindest die Frage auf, wie gut sich beide kennen.

Die Deutsche Bank wollte sich zu Wrucks Glückwünschen nicht äußern. Sicherlich gab es geschäftliche Kontakte zwischen Hoops und Wruck: Als die Deutsche Bank im Juni 2018 die Gründung des Joint Ventures mit Auto1 und der Allianz bekannt gab, war Hoops der Manager, der sich in einer Pressemitteilung zu der Vereinbarung der Deutschen Bank äußerte. .

Es gibt keine „Gefällt mir“-Hoops

Wöhrmann fiel jedoch nicht aufgrund seiner geschäftlichen Kontakte zu Wruck. Auf LinkedIn sind Hoops und Wruck nicht direkt verwandt. Und die privaten Kontakte oder Gefälligkeiten zwischen den beiden sind bisher nicht bekannt geworden. Auch Hoops ignorierte Wrucks freundliche Begrüßung und reagierte auf fast jeden anderen Unterstützer mit einem “Gefällt mir”.

Neben Daniel Wruck reagierte auch die ehemalige DWS-Nachhaltigkeitsleiterin Desiree Fixler auf den DWS-Post über Stefan Hoops. Er kritisierte Hoops dafür, dass er in seiner Botschaft an die DWS-Mitarbeiter seinen Vorgänger Wöhrmann als „inspirierende Führungspersönlichkeit“ gelobt habe.

„Ich möchte Sie warnen, dass es nicht ‚inspirierend‘ ist, ein Unternehmen in gesellschaftsrechtlichen, zivil- und strafrechtlichen Ermittlungen zu ESG- und Regierungsangelegenheiten zu begraben“, schrieb er auf LinkedIn. Fixler hatte Greenwashing-Vorwürfe bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC gemeldet, was auch zu Ermittlungen der Bafin und des Bundeskriminalamts führte. Sie habe daher maßgeblich zum Sturz Wöhrmanns beigetragen.

Seine Botschaft an den neuen DWS-Chef: „Wenn Stefan Hoops mit der Vergangenheit bricht und das Unternehmen mit solider Führung führt und die Versprechen des Unternehmens zu Vielfalt und Klima erfüllt, wünsche ich ihm für die Zukunft viel Erfolg.“

Mehr Infos: Abgang von DWS-Chef Wöhrmann: Was die Sache für die Deutsche Bank bedeutet.

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