10.08.2022 12:30 (Akt. 10.08.2022 16:07)
Der Wal wurde am Mittwoch aus der Seine gezogen. ©Reuters
Nach stundenlanger Vorbereitung haben französische Retter am Mittwoch einen Beluga aus der Seine geborgen, kurz nachdem sie ihn einschläfern mussten.
Der Beluga, der bei einer dramatischen mehrstündigen Rettungsaktion in der Nacht zum Mittwoch in Nordfrankreich aus der Seine befreit wurde, ist gestorben – er musste eingeschläfert werden. Das teilten die örtlichen Behörden am Mittwoch mit. „Trotz der beispiellosen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um den Beluga zu retten, müssen wir leider mitteilen, dass der Wal gestorben ist“, sagte der Präfekt des Departements Calvados in Nordfrankreich auf Twitter.
Wal ist seit Freitag gestrandet
Das vier Meter lange und rund 800 Kilogramm schwere Meeressäuger wurde am Dienstag vergangener Woche erstmals in der Seine gesichtet und ist seit Freitag in einer Gletscherspalte in Saint-Pierre-La-Garenne rund 70 Kilometer von Paris entfernt eingeschlossen – 130 Kilometer von der Seine-Mündung bis zum Ärmelkanal. In den vergangenen Tagen waren mehrere Versuche, das geschwächte Tier zu füttern, erfolglos geblieben. Deshalb entwickelten Tierschützer die Idee, das Meeressäugetier aus dem Fluss zu holen und in ein Meerwasserbecken zu transportieren, um es zu füttern und dann ins Meer zu entlassen.
Aus der Seine geretteter Beluga-Wal
Problemzeit
In der Nacht zum heutigen Mittwoch wurde es mit einem Netz und einem Kran aus der Schleuse gehoben. Ein Kühllaster hätte ihn ins rund 100 Meilen entfernte Ouistreham am Ärmelkanal bringen sollen. Im dortigen Hafen war für ihn ein Becken mit Meerwasser vorbereitet worden. Das Tier soll drei Tage lang untersucht und behandelt und dann aufs offene Meer gebracht worden sein. Der Wal musste wegen schwerer Atemprobleme während des Transports eingeschläfert werden.
Geringe Überlebenschance
Die Überlebenschancen des Tieres waren zuvor von Tierärzten als gering eingeschätzt worden. Der männliche Wal sei „sehr untergewichtig“ und habe „einige Verletzungen“, sagte die stellvertretende Präfektin Isabelle Dorliat-Pouzet heute früh. Auch die an der Rettungsaktion beteiligte Expertin Isabelle Brasseur vom Zoo Marineland in Südfrankreich hatte davor gewarnt, dass der Wal während des Transports oder an seinem Bestimmungsort in Ouistreham sterben könnte. Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd litt der Beluga unter schweren Verdauungsproblemen. Deshalb aß er nichts mehr.