Veröffentlicht am 31. Juli 2022, 06:05
Frauen-EM: Deutschland steht im EM-Finale, auch dank einer Schweizerin
Deutschland trifft am Sonntag im Finale der Frauen-EM im Wembley-Stadion auf England. Der Schweizer Patrik Grolimund wird mittendrin sein.
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“Ich wollte schon immer im Fußball arbeiten.” Aus diesem Grund hat Grolimund Sport- und Sozialwissenschaften studiert.
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Sie ist zuständig für die Belastungssteuerung und die Ausbildungsinhalte.
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Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg holte Grolimund 2019 zum DFB.
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Deutschland spielt am Sonntag im EM-Finale gegen England.
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Der Schweizer Patrik Grolimund ist Co-Trainer beim DFB.
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Er hat in seiner bisherigen Karriere noch nie ein Profiteam trainiert.
Am Sonntag findet in Wembley das ausverkaufte Finale der Frauen-Europameisterschaft statt. Gastgeber England trifft auf Rekord-Europameister Deutschland. 90.000 Fans werden im Stadion erwartet. Obwohl die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft nach der Vorrunde ausgeschieden ist, findet sich am Sonntag eine Schweizerin mitten im Endspiel wieder. Patrik Grolimund (41) ist seit 2019 Assistent von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.
2016 gehörte Grolimund bereits zum Voss-Tecklenburg-Trainerstab der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft. „Als Voss-Tecklenburg das Angebot vom DFB erhielt, hat er mich gefragt, ob ich sie begleiten möchte“, erklärt Grolimund gegenüber SRF den Wechsel nach Deutschland. Wir haben in der Schweiz bereits sehr gut harmoniert, so Grolimund weiter. „Wir haben gemeinsam Momente erlebt, in denen wir uns gegenseitig gestärkt haben. Dann muss er gemerkt haben, was er von mir erwarten kann“, sagt Grolimund.
„Erfolg ist das Maß aller Dinge“
Durch seine deutsche Frau hat Grolimund eine starke persönliche Verbindung zu unserem nördlichen Nachbarn. Doch dank seines Engagements beim größten nationalen Sportverband der Welt hat Grolimund erkannt, worauf es wirklich ankommt: „Fußball ist hier das Wichtigste und sportlicher Erfolg das Maß aller Dinge.“
Als „Head of Performance and Development“ ist Grolimund für die langfristige Leistungsentwicklung der Spieler verantwortlich. Als einer von vier Co-Trainern steht er täglich mit der Mannschaft auf dem Platz. Alle vier sind von Natur aus Cheftrainer, aber er habe immer ein Auge darauf geworfen, „wie wir die Spieler und Trainer zu Höchstleistungen bringen“, sagt der 41-Jährige über seinen Job.
„Patrik ist jemand, der einen ganz klaren Plan im Kopf hat“, sagt Mittelfeldspielerin Lina Magull. Grolimund übernimmt viele Aufgaben, erklärt den Spielern viel: „Er versucht, uns mit Worten zu überzeugen und zu motivieren, das ist zweifelsohne eine seiner großen Stärken“, lobte sein Schweizer Coach Magull.
Nachwuchscoach, Dozent und YB-Fan
Abgesehen von den beiden Mannschaften der 1. Liga, dem FC Breitenrain und dem FC Solothurn, hatte Grolimund in seiner Karriere kein Team geleitet. Vielmehr war der Berner damit beschäftigt, junge Trainer und Spieler auszubilden. Auf internationaler Ebene sammelte Grolimund Erfahrungen als Jugendtrainer in Guatemala und Ozeanien. Vor seinem Wechsel zum DFB arbeitete Grolimund vor allem in Jugendmannschaften und als Lehrer an der Sporthochschule in Magglingen. Derzeit lebt er noch mit seiner Frau in Magglingen.
In seiner Jugend hatte er für die U15- und U16-Nationalmannschaft gespielt, mit den Young Boys hatte er die U21 erreicht, musste dann aber verletzungsbedingt seine Karriere beenden. «Aber ich bin bis heute YB-Fan geblieben», sagt Grolimund gegenüber «Blick».