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Viele Mieter möchten ihr E-Auto zu Hause aufladen. Aber Hausbesitzer lehnen die notwendigen Einrichtungen oft ab.
Autoren: Daniel Müller, Flurin Maissen
Die Nachfrage nach Elektroautos in der Schweiz wächst rasant. Jeder fünfte Neuwagen ist ein Plug-in-Elektro- oder Hybridmodell. Doch der Umstieg auf ein Elektroauto ist für viele Mieter ein Problem, weil sie es zu Hause nicht laden können. Denn oft weigert sich der Besitzer, die nötige Ladeinfrastruktur zu installieren. Das erlebte auch Daniel V., der in einem neu errichteten Mietshaus wohnt.
Er schlug sogar vor, dass der Vermieter alle Kosten einer einmaligen Lösung übernimmt. Doch für den Eigentümer war nur eine Gesamtlösung für die 18 Tiefgaragenstellplätze denkbar. Aber er wollte nicht die nötigen 8’000 -10’000 CHF investieren. Das ist kein Einzelfall: Der Kassensturz erhielt bei Anrufen eine Vielzahl ähnlicher Briefe von Mietern.
Bildunterschrift: Mit einer Ladestation in der Tiefgarage können Autobatterien über Nacht geladen werden. SRF
Aber auch bei Wohnungseigentümern gibt es beim Ausbau von Ladestationen oft ein Problem, wie die Reaktionen zeigen. Denn nicht alle Hauseigentümer wollen sich finanziell an einer Lösung beteiligen und sind mit einer Lösung nicht einverstanden.
Viele Bedenken gegenüber Ladestationen sind unbegründet
Aber warum zögern so viele Hausbesitzer, solche Investitionen zu tätigen? Neben Investitionen wird oft befürchtet, dass stromhungrige Elektroautos die Stromversorgung des Hauses lahmlegen könnten. Unbegründete Bedenken, sagt Rico Grünenfelder, Leiter Verkaufsberatung der Stromgruppe Repower in Graubünden.
Ein Staubsauger, ein Kühlschrank oder ein Ofen werden niemals funktionieren.
“Es wird nie so sein, dass ein Staubsauger, Kühlschrank oder Backofen nicht funktioniert.” Dafür sorgen die sogenannten dynamischen Lastmanagementsysteme. Diese decken zunächst den vorrangigen Strombedarf der Wohnungen. Der restliche Strom geht dann in die Tiefgarage, wo er an Elektrofahrzeuge verteilt wird. Zudem wird der Energiebedarf eines Elektroautos oft überschätzt. „Ein Auto fährt in der Schweiz durchschnittlich 32 Kilometer. Das sind weniger als 10 Kilowattstunden. Es kann problemlos über Nacht für mehrere Stunden aufgeladen werden.“
Werden Ladestationen bald Pflicht?
Auch Besitzer, die keine Lademöglichkeiten für Elektroautos anbieten wollen, werden sich bald Sorgen um das Parlament machen. Mieter müssen Anspruch auf eine Ladestation zu Hause haben. Jürg Grossen, Präsident des Nationalrates E-Mobilität Schweiz und GLP, fordert dies in einer Motion.
Denn das hat zwei Bedeutungen: „Sobald alle oder die meisten Autos elektrisch sind, wird es darauf ankommen, dass sie langsam, mit geringer Ladekapazität laden. Also dort, wo sie schon lange sind: zu Hause und bei der Arbeit.“ Und der zweite Aspekt: Wenn Sie kurze Strecken fahren und das Auto immer laden können, können Sie auch ein Auto mit einer kleineren Batterie wählen, was ökologisch sinnvoll ist.
Fragen und Antworten zu Ladestationen
Es muss sich also etwas ändern im Land der Mieter. So wie bei Daniel V. Bei der Suche nach „Kassensturz“ gab sein Besitzer nach und installiert nun eine Ladestation, und zwar kostenlos.