Für Beamte: Die Gemeinde Bern will sich einen Toilettenraum für 764’000 Franken leisten. Das ist es, worum es geht

Gepostet am 1. Juni 2022, 18:31 Uhr

Da der ehemalige Aufenthaltsraum mit 17 Quadratmetern zu klein ist, will die Stadt Konolfingen die Feuerwehr sanieren. Die SVP verteidigt sich.

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Dieses Brandmagazin wird für CHF 764’000 in einen Ruheraum umgebaut.

SVP Konolfingen

Grund dafür ist, dass der 17 Quadratmeter große Pausenraum für die 65 Mitarbeiter in der Gemeinde Konolfingen zu klein ist.

Tamedia AG

Der Bürgermeister von Konolfingen erklärt, dass die Situation derzeit unzumutbar sei.

zvg

„Die aktuelle Situation ist für unsere Mitarbeitenden zum Verhängnis“, schreibt Koninzingens Bürgermeister Heinz Suter im Merkblatt der Gemeinde Chonufinger. Gemeint ist die Gemeinschaftslounge, weshalb sie zum zweiten Mal einen Kredit von CHF 764’000 für den Bau eines neuen Aufenthaltsraums beantragen. Die Forderung war bereits beim Gemeindetreffen im November 2021 angedeutet, später aber wieder zurückgezogen worden. Nun versucht es die Gemeinde erneut mit dem gleichen Antrag, ohne Anpassungen vorzunehmen.

Vor 20 Jahren arbeiteten 25 Personen in der Gemeindeverwaltung. Heute teilen sich 65 Mitarbeiter einen 17 Quadratmeter großen Lounge- und Loungebereich. Aus Sicht der Gemeinde bietet das benachbarte Feuerwehrhaus, das bisher nur als Fahrraddepot genutzt wurde, eine Lösung des Platzproblems. Da das Gebäude jedoch unter Heimatschutz steht, kostet allein der Umbau 550’000 Franken. Hinzu kommen Kosten für eine Dachsanierung von 70’000 Franken und einen Ausbau von 220’000 Franken.

“Aus moralischer Sicht ist keine Aktion wirklich vertretbar.”

Die SVP Konolfingen beantragt, den Kreditantrag abzulehnen. Sektionspräsident Marc Habegger sagt: «Die SVP schlägt vor, alles organisatorisch zu organisieren. So können Sie beispielsweise das Rathaus als Ruheraum nutzen. Außerdem konnten die ehemals von der Polizei genutzten Räume zu Wohnräumen umgebaut werden. Das wäre natürlich nicht die erste Option. Wir wollen einfach zeigen, dass die Community über den Tellerrand schauen sollte.“

Polizeigebäude als Aufenthaltsraum? Laut Suter würde das nur mehr kosten. „Zum einen sollte auch der Ruheraum saniert werden. Andererseits würden wir die Polizei räumen und ihre Räumlichkeiten einnehmen, und wir wollen immer noch, dass sie in Konolfingen bleiben. Dann sollten wir den Umzug auf jeden Fall bezahlen. Wichtig sei, dass die Polizei in Konolfingen bleibe, um hier für Sicherheit zu sorgen.“ Der Sitzungssaal werde bereits viel genutzt.

„Personenbezogene Daten müssen bestehen bleiben“

„Aus moralischer Sicht ist keine Maßnahme wirklich vertretbar, um einen Ruheraum zu schaffen. Aber wir wissen trotzdem, dass diese Mitarbeiter eine Bleibe brauchen», sagt Habegger so statisch. Die Menschen werden auch in Zukunft mehr von zu Hause aus arbeiten.“

Suter entgegnet: „Viele unserer Mitarbeiter arbeiten mit personenbezogenen Daten, die an Ort und Stelle bleiben und das Gemeindezentrum nicht verlassen sollen. Deshalb raten wir unseren Mitarbeitern nicht, von zu Hause aus zu arbeiten, sondern heißen sie willkommen, wenn sie vor Ort arbeiten.“

Am 7. Juni stimmten die Konolfinger Bürgerinnen und Bürger in der Gemeindeversammlung für diese Anleihe.

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