Für «Verzweiflung»: SVPler zeigt Wolfskadaver auf Facebook

Das Bild löste hitzige Debatten aus

SVPler zeigt Wolfskadaver auf Facebook

Der Berner SVP-Rat Thomas Knutti postet ein Foto eines toten Wolfs. Dies hat in den sozialen Medien heftige Debatten ausgelöst. Für Knutti selbst ist es ein Statement gegen die Ausbreitung des Raubtiers in der Schweiz.

Gepostet: 21:08 Uhr

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Aktualisiert: vor 7 Minuten

Der Berner SVP-Rat Thomas Knutti (49) macht keinen Hehl daraus, was er von Wölfen in der Schweiz hält: gar nichts. Der Politiker teilte auf Facebook ein Bild eines ermordeten Wolfs. Der Kadaver hängt als Warnung an einem Straßenschild. „20 Minutes“ vermutet, dass das Bild aus Italien oder Frankreich stammen könnte, wo das Verfahren gängige Praxis ist. „Bilder wie dieses machen mich glücklich“, kommentierte Knutti das Bild.

In den Kommentarspalten löste das Bild heftige Diskussionen aus. Gegner des Wolfs und Verteidiger des Wolfs lieferten sich einen heftigen Schlagabtausch. „Es war an der Zeit“, sagte ein Gegner. Andere beschimpfen Knutti und bezeichnen die Veröffentlichung dieser Aufnahmen als “krank”. Andere finden es “besorgniserregend”, dass ein Politiker einen Post wie diesen teilt: “Für Herrn Knutti ist nur ein toter Wolf ein guter Wolf.”

“Du verdienst es nicht zu leben”

Der Beitrag wurde inzwischen gelöscht. Allerdings nicht von Knutti selbst. Facebook soll das Bild entfernt haben. Mit der Aussage «ein Wolf, der Vieh reißt, verdient es nicht zu leben», bleibt der SVP-Politiker bis «20 Minuten» im Amt.

Knutti bezeichnet sich selbst als vehementen Verfechter drastischer Maßnahmen gegen Raubtiere und als Sprecher wütender Rancher. 2018 gründete SVPler den Verein zum Schutz von Wildtieren und Großraubtieren.

Der Beitrag war ein „Akt der Verzweiflung“

Für Knutti ist das Posten auf Facebook keine Provokation. Vielmehr bezeichnet er es als “Akt der Verzweiflung”. Immer mehr Alpenmenschen würden den Kampf gegen den Wolf aufgeben. Schafe und Ziegen würden aus den Alpen vertrieben, weil die Gefahr zu groß sei. „Das Zusammenleben mit dem Wolf ist für die Alpenmenschen nicht akzeptabel“, sagt Knutti.

Immer wieder erhalte er verzweifelte Anrufe von Betroffenen: „Einige brachen am Telefon in Tränen aus.“ Er ist zum Ansprechpartner für Landwirte geworden, die von Wölfen geschädigt wurden. Allerdings sind ihm die Hände gebunden.

Die Debatte ist einseitig, zu Lasten der Bergbauern. Das Publikum verschweigt das Leid der Bergbewohner. „Zum Beispiel interessiert sich niemand für die psychischen Schäden, die die betroffenen Alpenmenschen erlitten haben“, sagte er. (db)

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