Stand: 27.05.2022 12:44 Uhr
Berlin und Washington haben beim G7-Treffen der Umwelt- und Energieminister eine Energie- und Klimapartnerschaft unterzeichnet. Umweltminister Lemke kündigte zudem “konkrete” Vereinbarungen zum Kohleausstieg an.
Deutschland und die USA wollen bei den Rahmenbedingungen für eine Energiewende eine internationale Führungsrolle einnehmen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und US-Klimakommissar John Kerry haben beim G7-Treffen in Berlin eine Erklärung zu einer neuen Klima- und Energiepartnerschaft unterzeichnet.
Die Arbeitsgruppen deutsch-amerikanischer Experten müssen in vier Bereichen dauerhaft zusammenarbeiten: Im Fokus stehen die Entwicklung der Offshore-Windenergiebranche, das Thema Wasserstoff, der Transport ohne Emissionen von Treibhausgasen, der Treibhauseffekt und die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern.
In der Klimapolitik gebe es “viele Überschneidungen” zwischen Deutschland und den USA, sagte Habeck. Die konkrete Umsetzung liegt darin, dass Regierungen die politischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in der Energiewende schaffen.
So sei etwa bei der Zusammenarbeit zum Thema Wasserstoff als zukünftiger Energieträger für die Industrie “äußerst wichtig”, dass “Märkte aufeinander abgestimmt” und die Produktion nach gemeinsamen Standards erfolgt, sagte Habeck. Dies sicherzustellen, sei „die große Aufgabe der Zeit“.
Die G7-Staaten vereinbaren die Dekarbonisierung des Energiesektors und arbeiten eng zusammen
Christoph Kehlbach, ARD Berlin, Tagesschau um 14 Uhr, 27. Mai 2022
Vereinbarung zwischen Merkel und Biden
Die nun formalisierte Partnerschaft geht laut Habeck auf eine Vereinbarung zwischen der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden im Jahr 2021 zurück.
Kerry dankte Deutschland für seine „ungeheure Führungsrolle“ beim Klimaschutz. Nun wollen beide Länder gemeinsam „Vorreiter“ in Sachen Erneuerbare Energien werden.
Laut Bundesumweltministerin Steffi Lemke haben die G7 bei ihrem Treffen auch konkrete Vereinbarungen zum Kohleausstieg getroffen. „Es gibt ganz konkrete Aussagen und Vereinbarungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber zum Beispiel auch für den Kohleausstieg“, sagte der Grünen-Politiker gegenüber RTL und der Sendung „Frühstart“ von ntv.
Justus Kliss, ARD Berlin, zu den Vereinbarungen der G7-Klimaminister: „Wir sind noch nicht weit genug gekommen“
tagesschau24 13:00, 27.5.2022
Die diesjährige Weltnaturschutzkonferenz
Das Abschlussstatement des Tages werde „einen sehr starken Akzent auf den Klimaschutz, den Schutz der biologischen Vielfalt in der Natur und auch das Engagement gegen die Plastikverschmutzung setzen“.
Laut Lemke haben sich die G7-Minister auch darauf geeinigt, dass die Weltnaturschutzkonferenz in diesem Jahr stattfinden soll, um sich stärker dem Schutz der Ozeane zu widmen.
Deutschland führt derzeit den Vorsitz in der Staatengruppe, der auch Frankreich, Italien, Kanada und die Vereinigten Staaten angehören. An dem Treffen nahmen auch Vertreter Indonesiens teil, das derzeit den Vorsitz der G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer innehat.
Die G7 setzt sich für mehr Klimaschutz ein
Claudia Plass, ARD Berlin, 27. Mai 2022 13:05 Uhr