Garmisch-Partenkirchen: Entgleister Zug: Vier Tote und viele Verletzte

Umgekippte Waggons Entgleister Zug bei Garmisch-Partenkirchen: Vier Tote und rund 30 Verletzte

Video ansehen: Mehrere Menschen sterben bei einem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen.

Bei einem schweren Zugunglück im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind nach Polizeiangaben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere schwere Verletzungen sollen gemeldet worden sein. Der vollwertige Zug war Berichten zufolge von Garmisch nach München unterwegs, als er aus unbekannter Ursache bei Burgrain entgleist. Mehrere Waggons fielen zur Seite, einige stürzten eine Böschung hinunter. Laut Polizei gingen am Freitag gegen 12.30 Uhr die ersten Unfallmeldungen ein. Harald Bauer vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd: „Die Rettungsaktion läuft zunächst. Parallel wird natürlich auch die Unfallursache ermittelt.“ Alle verfügbaren Kräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr in der Region waren im Einsatz. Auch sechs Rettungshubschrauber. Nach Angaben der Bundespolizei wurden die Passagiere in den Waggons eingeklemmt und teilweise durch die Fenster erschossen. In dem Zug sollen zahlreiche Bundeswehrsoldaten gewesen sein. Sie leisteten Erste Hilfe und halfen bei der Evakuierung des Zuges.

Mehr 03.06.2022, 17:19 3 Minuten Lesezeit

Es ist der letzte Schultag vor den Osterferien und die Kinder gehen nach Hause. Der Zug entgleiste bei Garmisch. Es gibt Tote und viele Verwundete. Unzählige Rettungsschwimmer eilten zum Absturzort in der beliebten Ferienregion Oberbayern.

Die Waggons kippen um und rutschen eine Böschung hinunter, Verletzte werden aus den Fenstern gezogen: Mindestens vier Menschen sind in Garmisch-Partenkirchen bei einem schweren Zugunglück zu Beginn der Pfingstferien in Bayern ums Leben gekommen.

Ein Regionalexpress hat die beliebte Ferienregion Oberbayern auf dem Weg von Garmisch nach München entgleist. Nach Angaben der Polizei wurden am Freitag etwa 30 Menschen verletzt, 15 von ihnen schwer. Die Zahl der Verletzten könnte sich über Nacht ändern, wenn Berichte aus Krankenhäusern über den Zustand der Patienten eintreffen.

„Soweit wir sehen können, wurden alle aus dem Zug gerettet“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag. Zweifellos würden die Retter nach ihren Wünschen nach den entgleisten Waggons suchen. „Die Arbeit in einem solchen Bereich ist nicht ohne Risiken“, sagte er.

Der Regionalzug ist entgleist

Die Waggons liegen wie umgekippt neben den Gleisen

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Feuerwehrleute sind an der Unfallstelle, viele Opfer müssen aus den entgleisten Waggons gerettet werden. Zwei Waggons am Ende des Zuges werden neben den Gleisen an einem kleinen Hang umgeworfen.

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Der Zug ist vermutlich entgleist, die Ursache ist noch unklar

Nach Angaben eines Bundespolizeisprechers entgleiste der Zug im Burgrainer Ortsteil Loisachauen, warum, ist noch unklar. Unter den Verletzten waren alle Altersgruppen, darunter auch Kinder. Das Ausmaß des Unfalls kann noch nicht vollständig abgeschätzt werden. Zwölf Rettungshubschrauber umkreisten die Alpen.

Luftbilder zeigen den zweistöckigen Waggonzug in einer langen Einbahnkurve. Es ist keine Änderung zu sehen. Der Gleisabschnitt ist auf einem Bahndamm aufgeständert, mehrere Waggons rutschten vom Bahndamm zu einem kleinen Bach. Die überfüllte B2 führt direkt davor vorbei.

Drei umgestürzte Waggons. „Menschen werden aus den Fenstern geschmissen“, sagte der Bundespolizeisprecher. Der Unfall ereignete sich gegen 12.15 Uhr, also zum Schulschluss, als viele Kinder auf dem Heimweg waren. Am Samstag beginnen die Pfingstferien in Bayern.

„Totalalarm bei Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst“

Feuerwehr, Notarzt und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. “Bei Feuerwehr und Rettungsdienst wurde Vollalarm ausgelöst”, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Oberland. Auch aus München trafen zahlreiche Rettungskräfte ein.

Ein amerikanischer Soldat fuhr in einem der Straßenbahnen neben der Bahnlinie und erzählte dem “Garmisch-Partenkirchner Tagblatt” seine Eindrücke: “Es war schrecklich”, sagte er. “Einfach schrecklich. Plötzlich ist der Zug umgekippt.”

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südoberbayern, Stefan Sonntag, sagte, es seien Anrufe von Bürgern eingegangen, die darauf hinwiesen, dass ein Zug entgleist sei. Die ersten leichten Verletzungen wurden geheilt. Sie werden in einem nahe gelegenen Gebäude gesammelt. Auch Angehörige sind vor Ort. Zuerst berichtete die „Bild“-Zeitung.

Die Deutsche Bahn sprach den Angehörigen der Opfer ihr “tiefstes Beileid” aus und richtete eine Hotline für die Angehörigen ein. „Über die Ursache des Absturzes kann derzeit keine Aussage gemacht werden“, sagte er in einer Erklärung. Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) begab sich zur Unfallstelle. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wandte sich nach dem Ende der Innenministerkonferenz in Würzburg an Garmisch. Dort wolle er das Mitgefühl der Bundesregierung angesichts des schrecklichen Zugunglücks ausdrücken, sagte ein Ministeriumssprecher.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich überrascht und tief besorgt. „Wir trauern um die Angehörigen der Opfer und wünschen allen Verletzten gute Besserung“, schrieb der CSU-Chef auf Twitter. Die Schüler freuten sich am meisten auf die Pfingstferien. „Viel Respekt und Danke an alle Rettungsschwimmer für die schnelle Hilfe“, sagte Söder.

Bahn sperrt Strecke, Ersatzverkehr ist in Planung

Der Zug blockierte die Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberau. Züge aus München biegen früh nach Oberau ab. Aus Richtung Mittenwald verkehren Züge früh bis Garmisch-Partenkirchen. Ersatzverkehr sei in Planung, sagte er auf Twitter. Ob der Regionalzug wegen des neuen 9-Euro-Tickets besonders voll war, war unklar.

Für die Grenzregion zu Österreich ist der Unfall kurz vor den Feiertagen auch eine Verkehrskatastrophe. Die Autobahn 95 wurde etwa 20 Kilometer vor Garmisch gesperrt. Bundesstraßen 2 und 23, die ebenfalls in der Nähe der Bahngleise verlaufen. „Im Moment können wir den Verkehr in Richtung Garmisch-Partenkirchen nicht fließen lassen, weil Rettungskräfte unterwegs sind“, sagte ein Polizeisprecher. Aufgrund des Beginns der Pfingstferien in Bayern ist mit langen Staus auf der Strecke zu rechnen.

kng / fs DPA

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