Gasausfall: Wie kann ich ohne Gas heizen?

Eine Unterbrechung im Netz, eine Naturkatastrophe oder eine kaputte Therme: Fällt die Gasversorgung aus, kann das schnell unangenehme Folgen haben. Fast die Hälfte der Wohnungen in Deutschland (48,2 %) werden mit Erdgas beheizt, 13,9 % mit Fernwärme. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom November 2019. Gas wird auch häufig zur Erzeugung von Fernwärme eingesetzt.

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Gasausfall: Was brauche ich?

Wenn kein Gas durch die Leitungen fließt, heißt das für viele Privatwohnungen: kalte Heizung und kaltes Wasser. Solange das Stromnetz intakt ist, kann viel aufgenommen werden. Wasser fließt weiterhin aus den Rohren und kann mit dem Wasserkocher erhitzt werden. Die Küche funktioniert genauso mit Elektroherd oder Campingteller. Der Kühlschrank hält Lebensmittel frisch. Nachrichten und Benachrichtigungen können wie immer über Smartphone oder Fernseher empfangen werden. Warme Kleidung und Decken helfen kurzfristig gegen die Kälte.

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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bietet ein Merkblatt für Bürgerinnen und Bürger an, was bei einem längeren Stromausfall zu tun ist. Eine Stelle wegen eines Gasausfalls hat die Behörde nicht vergeben. Allerdings gibt es den „Leitfaden Notfallvorbereitung und richtiges Handeln in Notsituationen“. Darin sind zahlreiche Tipps enthalten, wie sich jeder auf verschiedene Katastrophen oder Engpässe vorbereiten sollte.

Erstickte Gasversorgung: Aluminiumschmelze übt Krisenszenario

Die Aluminiumgießerei Röders in Soltau bereitet sich auf eine mögliche Gasknappheit vor. Hier bleiben die Öfen jeweils eine Woche lang still.

© Was: Reuters

Wie heizt man die Wohnung im Notfall ohne Gas?

Statt mit Gas können Sie die Wohnung auch mit Strom heizen. Dazu geeignet Heizlüfter. Sie können sie für einen niedrigen zweistelligen Betrag erhalten. Allerdings sind Heizlüfter im Betrieb teuer, warnt Reinhard Loch, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn Heizlüfter verbrauchen Strom und sind derzeit nicht besonders günstig. Auch sind Stromnetze nicht darauf ausgelegt, ganze Wohnblöcke dauerhaft mit Strom zu beheizen. Netzwerke könnten zusammenbrechen.

Auch Klimaanlagen werden mit Strom betrieben. Einige von ihnen sind zum Heizen geeignet, die sogenannten Gespaltene Klimaschichten. „Im Grunde ist die Klimaanlage eine kleine Wärmepumpe“, sagt Energieexperte Loch. „Er entzieht dem Raum die Wärme und gibt sie über den Wärmetauscher nach außen ab.“ Diese Funktion lässt sich aber auch leicht umkehren. Die Wärme wird dann von außen angesaugt und als warme Luft wieder nach innen abgegeben, erklärt Loch.

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Vorsorge für Notfälle – mit der Heizkörperheizung man sei damit relativ gut bedient, erklärt der Verbraucherschützer. Ein Ölkühler ist im Grunde ein Kühler auf Rädern. Das Gerät wird an einen Stecker angeschlossen, ein Wärmeträger im Inneren – meist Öl – wird durch elektrische Energie erhitzt. Die dabei entstehende Wärme wird über die Ölradiatorlamellen an den Raum abgegeben. „Es wird nicht mit Öl geheizt, wie manche aufgrund des Namens glauben, sondern mit Strom“, erklärt Verbraucherschützer Loch.

Strom, Gas und Energie werden immer teurer – so können Sie im Alltag bares Geld sparen

Grundsätzlich hilft es gegen steigende Energiepreise, seine Ausgaben zu kalkulieren und einen Überblick über die Fixkosten zu haben.

© Was: RND

Ob Heizlüfter oder Ölkühler, „all diese Lösungen können nur Notlösung sein, wenn die Gasheizung komplett ausfällt“, sagt Loch. Denn trotz steigender Gaspreise sind die Stromkosten derzeit noch deutlich höher. Auch von DIY-Experimenten wie dem beliebten „Kugelofen“ rät der Experte ab. Das kann drinnen gefährlich werden.

Eine weitere Alternative ist a Gasheizung. Aber Loch gibt zwei Dinge zu bedenken. Erstens sind nur wenige Geräte für den Innenbereich zugelassen. Geräte, die für den Außenbereich bestimmt sind, produzieren nur Schadstoffe, die sofort „abgelassen“ werden müssen. Zweitens ist Flaschengas teurer als Leitungsgas.

Gas wird knapp: Wer wird bevorzugt beliefert?

Ende Juni hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie den Gas-Notfallplan in Alarmbereitschaft versetzt. Das beunruhigt viele Menschen, zumal die Benzinpreise dramatisch gestiegen sind. Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet, so die Bundesregierung.

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Zudem haben private Haushalte einen hohen Stellenwert in der Gasversorgung. Das BBK schreibt dazu:

Bei einer Einschränkung der Gasversorgung wären einige Kunden besonders geschützt:

  • inländische Kunden
  • bestimmte Sozialdienste und städtische Heizsysteme
  • Gasanlagen, die zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung notwendig sind

Wenn Gas in Deutschland knapp wird, würden zuerst Industriekunden verlieren und nicht die Bürger in ihren Wohnungen und Häusern.

Mitarbeit: Vivien Valentiner, Melina Runde, Katrin Schreiter

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