Gaskrise: Der Energiekonzern Uniper fordert staatliche Stabilisierungsmaßnahmen

Wirtschaftskrise des Gases

Der Energiekonzern Uniper fordert staatliche Stabilisierungsmaßnahmen

Stand: 16:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der Vorstand von Uniper berichtet über eine mögliche Finanzspritze

Regierungssprecher Hebestreit sagt, er könne eine Finanzspritze von 9 Milliarden Euro für den Gasimporteur Uniper nicht bestätigen. Die Regierung wird sich dazu äußern, sobald die Verhandlungen mit Uniper zur Unterstützung des Unternehmens abgeschlossen sind. Nun tritt Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach vor die Presse.

Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören

Zur Anzeige eingebetteter Inhalte ist für die Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten Ihre widerrufliche Einwilligung erforderlich, da Anbieter von eingebetteten Inhalten als externe Anbieter eine solche Einwilligung benötigen. [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, akzeptieren Sie dies (jederzeit widerruflich). Dies umfasst auch Ihre Zustimmung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Artikel 49 (1) (a) der RGPD. Sie können mehr darüber erfahren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über den Schalter und Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.

Der Gasimporteur Uniper kämpft mit der Situation auf dem Energiemarkt. Nun soll der Bund helfen und womöglich ins Geschäft einsteigen. Robert Habeck verspricht Unterstützung.

Der erkrankte Gasimporteur Uniper hat bei der Bundesregierung einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen nach der Kürzung der russischen Gasversorgung gestellt. Der Vorschlag sieht auch Eigenkapitalkomponenten vor, die mit einer erheblichen Bundesbeteiligung an Uniper verbunden wären, wie das Unternehmen am Freitag im Rahmen einer Pflichtnotiz an der Börse mitteilte. Folglich schlägt Uniper vor, Preiserhöhungen auch an die Kunden weitergeben zu können. Die Maßnahmen zielten darauf ab, die aktuelle Häufung erheblicher Verluste zu beenden und den Liquiditätsbedarf von Uniper zu decken.

Auch Unipers Hauptaktionär Fortum sei in Gesprächen mit der Bundesregierung über die negativen Auswirkungen der aktuellen Gaslieferbeschränkungen auf Uniper, hieß es weiter. Der Vorschlag von Fortum sieht eine Umstrukturierung von Uniper vor, mit dem Ziel, eine bundeseigene Versorgungssicherheitsgesellschaft zu gründen.

Bundestag und Bundesrat hatten zuvor Gesetzesänderungen beschlossen, um mögliche Bundeshilfen für angeschlagene Energiekonzerne wie Uniper zu erleichtern. Uniper spielt eine zentrale Rolle in der deutschen Energieversorgung und erbringt viele kommunale Dienstleistungen.

auch lesen

Treffen der Außenminister der G-20

Aufgrund der Abschnürung russischer Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 kann der Konzern derzeit jedoch zusätzliche Kosten beim Gaseinkauf nicht an die Kunden weitergeben, da das Unternehmen angekündigt hatte, dass dies mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden sein würde.

Habeck sagt zu, Uniper zu unterstützen

Advertorial Green investieren

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat Uniper staatliche Unterstützung zugesagt. „Wir werden alles Notwendige tun, um die Versorgungssicherheit und damit auch den Betrieb der Unternehmen zu gewährleisten“, sagte Habeck am Freitag nach einem Treffen mit den norddeutschen Regierungschefs in Berlin.

„Wir werden die Option wählen, die für Deutschland, für die deutschen Verbraucher, die deutschen Steuerzahler, den deutschen Staat und die sicherste für die Versorgungssicherheit am besten und günstigsten ist“, sagte der Minister.

In Bezug auf Unipers großen finnischen Anteilseigner Fortum sagte Habeck, die Bundesregierung schaue immer auf Unterstützungskampagnen, um zu sehen, welche Eigentümer was tun können.

Die Gasversorgung ist sichergestellt. Angesichts der massiven Belästigung der russischen Gasversorgung werde dafür ein immens hoher Preis gezahlt, sagte Habeck. Unternehmen sollten sich an bestehende Verträge halten und Gas zu hohen Preisen einkaufen. Dies würde Ihnen finanzielle Probleme bereiten. “Das ist jeden Tag ein Dauerminus.”

Entscheidungen zu konkreten Maßnahmen bei Uniper gibt es wohl noch nicht

Wie Uniper nun mitteilte, geht der mit der Bitte um staatliche Stabilisierungsmaßnahmen vorgelegte Vorschlag zunächst von einer „gerechten Kostenverteilung“ aus. Die Gruppe verweist auf das Energiesicherheitsgesetz. Diese sieht zum Beispiel vor, Preiserhöhungen an alle Gaskunden weiterzugeben.

Darüber hinaus sieht der Vorschlag zusätzliches Fremdkapital durch Aufstockung einer noch nicht gekündigten KfW-Kreditlinie vor. Die Kreditlinie beträgt zwei Milliarden Euro. Die Maßnahmen sollen auch den Grad der Beteiligung an Uniper schützen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen am Freitag erfuhr, ist noch keine Entscheidung über konkrete Maßnahmen bei Uniper gefallen. Durch eine Kapitalbeteiligung ist eine millionenschwere Investition des Bundes in Uniper möglich. Denkbar ist aber auch eine Mischung mit der Möglichkeit, dass Uniper hohe Gaspreissteigerungen an die Kunden weitergibt.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *