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Erstellt: 23.07.2022 Aktualisiert: 23.07.2022 16:03
Von: Patricia Huber, Christoph Gschoßmann
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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) plant angesichts der Gaskrise ein Rettungspaket für den Energiekonzern Uniper. Jens Spahn fordert drastische Erleichterungen für die Bürger. Der Newsticker.
- Jens Spahn (CDU) kritisierte Olaf Scholz: Die Entlastung müsse umfangreicher werden, zurück zu Preisen von 2021.
- Nach der Entscheidung, Uniper zu retten, fordert auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Rettungspaket für kommunale Dienstleistungen.
- Durch die Uniper-Rettung müssen Gaskunden mit höheren Preisen rechnen, erklärt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Er kündigte aber auch neue Erleichterungen für die Bürger an.
- Dieser Newsticker wird regelmäßig aktualisiert.
Update 22. Juli, 15.45 Uhr: Olaf Scholz hat am Freitag die Rettung des Energiekonzerns Uniper bekannt gegeben. In der Folge würden Gaskunden mit Preiserhöhungen rechnen. Erleichterungen in Form einer Wohngeldreform sollen folgen (siehe Update vom 22. Juli 12:14). Das reicht laut Unionsfraktions-Vizechef Jens Spahn nicht. Angesichts steigender Energiepreise forderte er mehr Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener.
„Diese Haushalte sollen zumindest die ersten 5.000 Kilowattstunden zu einem gesetzlich festgelegten Preis von 6,5 Cent pro Kilowattstunde als Gasgrundbedarf erhalten“, sagte der CDU-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Olaf Scholz kündigt eine Nachfolge an, entschieden wird aber monatelang nichts. Die Bundesregierung macht Sommerpause“, sagte Spahn.
Mittlerweile muss für Gas vor allem für Neukunden ein Vielfaches der von Spahn genannten 6,5 Cent gezahlt werden, was das Niveau von 2021 widerspiegelt.
Nach Uniper-Rettungsschirm: Söder fordert einen Rettungsschirm für den öffentlichen Dienst
Update 22. Juli, 15.29 Uhr: Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert angesichts des geplanten 1-Milliarden-Euro-Rettungsschirms für den Energiekonzern Uniper einen Rettungsschirm für kommunale Versorger. Wenn es ein Rettungspaket für Uniper gebe, müsse man auch kommunalen Diensten helfen, sagte Söder am Freitag nach dpa-Informationen von Teilnehmern bei einem kurzfristigen Treffen von Bundeskanzler Olaf Scholz und den Regierungschefs des Landes Andernfalls könne die regionale Energieversorgung gefährdet werden, sagte Söder.
Scholz kündigt höhere Preise wegen Rettungspaket von Uniper an; Linderung sollte auch kommen
Update 22. Juli, 12.14 Uhr: Gaskunden drohen im Rahmen des Rettungspakets für den angeschlagenen Energiekonzern Uniper Preiserhöhungen. Ein Zuschlag komme am 1. Oktober oder 1. September, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag in Berlin. Er nannte einen Tarif von zwei Cent pro Kilowattstunde, erklärte aber auch, dass kein Bürger in eine unlösbare Situation geraten dürfe. Im Zuge dessen kündigte er weitere Erleichterungen für die Bürger an. Anfang nächsten Jahres steht also eine wichtige Reform der Wohnungsversorgung an.
Update 22. Juli, 12.03 Uhr: Die Lösung für Uniper besteht nun darin, dass sich der Bund mit 30 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, damit das Unternehmen alle notwendigen Entscheidungen wieder stabil treffen kann.
Update 22. Juli, 12:00 Uhr: In einer Pressekonferenz zu aktuellen energiepolitischen Themen sprach Bundeskanzler Olaf Scholz auch über die Entscheidungen, dem Energiekonzern Uniper zu helfen. Er erklärt, dass das Unternehmen für Deutschland, seine Unternehmen und Verbraucher von „überragender Bedeutung“ sei.
Trotz Habecks Sparpaket: Uniper leert Gasspeicher weiter
Update 22. Juli, 9.58 Uhr: Robert Habeck hat mit seinem Energiesicherheitspaket entschieden, dass deutsche Gasspeicher deutlich früher befüllt werden sollen. Derweil leert der Energiekonzern Uniper aber weiter seine Speicher, und das soll so weitergehen. Dort wird weiter Gas gefördert, bis sich die finanzielle Situation des Unternehmens verbessert.
Das internationale Energieunternehmen verkauft Strom und Gas an Großhandelskunden wie kommunale Unternehmen und Industrieunternehmen. Sie ist stark im Gashandel mit Russland engagiert und geriet durch die aktuelle Gaskrise in finanzielle Schwierigkeiten. Uniper verhandelt derzeit mit der Bundesregierung über eine mögliche staatliche Rettungsaktion. Denkbar ist auch, dass die Bundesregierung im Rahmen des Uniper-Rettungsschirms einen Tarif für alle Gaskunden beschließt, damit der Versorger die Preiserhöhungen weitergeben kann und damit finanziell etwas Spielraum hat.
Gaskrise: Nord Stream 1 läuft wieder, aber die Turbine kommt nicht voran
Update 22. Juli, 8.31 Uhr: Seit Abschluss der Wartungsarbeiten fließt nach Netzdaten kontinuierlich Gas durch die Pipeline Nord Stream 1. Fast 29,3 Gigawattstunden wurden konstant von Donnerstag bis Freitag und Freitagmorgen geliefert. . Das entspricht einer Lieferung von etwa 700 Gigawatt pro Tag und etwa 40 Prozent der theoretisch möglichen Auslastung. Damit bleibt der Gasdurchfluss auf dem Niveau vor Beginn der zehntägigen Wartungsarbeiten am 11. Juli.
Doch die Turbine, die kein Gas mehr zirkulieren lassen soll, steckt derzeit in Deutschland fest, sagen Experten. NTV berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters, Russland habe noch keine Genehmigung zur Fortsetzung des Transports erteilt. Bis die rund 12 Meter lange Turbine weitertransportiert werden kann, könnten Experten zufolge Tage oder sogar Wochen vergehen.
Ungarn will 700 Millionen Kubikmeter Gas von Russland kaufen
Update 21. Juli, 18.31 Uhr: Die ungarische Regierung versucht, ungeachtet der Bemühungen der EU, unabhängiger von russischen Energielieferungen zu werden, mehr Gas aus Russland zu bekommen. Außenminister Peter Szijjarto reiste am Donnerstag unangekündigt nach Moskau, um über den Kauf von weiteren 700 Millionen Kubikmetern Gas zu „verhandeln“, teilte die regierende Fidesz-Partei mit. Szijjartos russischer Amtskollege Sergej Lawrow zeigte sich grundsätzlich offen für weitere Almosen und lobte die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
Ziel sei es, die Sicherheit der ungarischen Energieversorgung „in den kommenden Monaten“ zu gewährleisten, sagte Szijjarto auf einer Pressekonferenz in Moskau. Auf russisches Gas könne „im derzeitigen Kontext“ nicht verzichtet werden. “Das ist eine Tatsache”, fügte er hinzu: “Man kann falsche Hoffnungen wecken, man kann träumen, man kann furzen, aber Fakten und die physische Realität sind hartnäckig.”
Lawrow bestätigte Ungarns „Interesse“ an mehr Erdgas. Die Budapest-Anfrage wird nun “geprüft”. Die Bemühungen Ungarns stehen im Gegensatz zum Ansatz der EU. Brüssel wirft Russland mit seiner Energiepolitik Erpressung vor und legte erst am Mittwoch einen strategischen Plan vor, wonach die fehlenden russischen Gasimporte vor allem durch Einsparungen kompensiert werden müssen.
Habeck kündigt ein neues Energiesicherheitspaket an
Update 21. Juli, 14.14 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigt neues Energiesicherheitspaket an. Dabei werden die Vorgaben für die Gasspeicherhöhen erhöht. Bis September sollen sie bereits zu 75 % gefüllt sein, am 1. Oktober statt wie bisher bei 80 %, dann bei 85 % und am 1. November statt wie bisher bei 90 % bei 95 %. Auch Braunkohlereserven müssen aktiviert werden. Öffentliche Räume wie Flure oder Eingangshallen, in denen sich Menschen nicht mehr aufhalten, sollten im Winter nicht mehr beheizt werden.
Auch für Mieter soll sich etwas ändern. Laut Ministerium bestehen derzeit vertragliche Pflichten zur Einhaltung einer Mindesttemperatur in Mieträumen. „Das heißt, wenn diese Mieter weniger heizen wollen, verstoßen sie gegen ihre Mietverträge. Daher sollten diese vertraglichen Verpflichtungen – in enger Abstimmung mit den betroffenen Ressorts der Bundesregierung – vorübergehend ausgesetzt werden, damit auch Mieter, die Energie sparen und die Heizung abstellen wollen, dies tun können Energie sparen.
Um Sprit zu sparen, hat Robert Habeck jetzt ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt. © Kay Nietfeld/dpa
Update 21. Juli, 14.12 Uhr: Habeck erklärt in der Pressemitteilung zu Kanadas Turbine Nord Stream 1: „Manchmal hat man den Eindruck, Russland will sie nicht mehr zurück.“ Er bezeichnet Russland als Unsicherheitsfaktor. im Energiesystem und beantwortet damit die vorherige Aussage des Kreml-Sprechers. Habeck betont: „Wir müssen den Strom halten“, der Winter werde Europa noch vor eine Herausforderung stellen.
Update 21. Juli, 13.59 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck wird zusammen mit Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller eine virtuelle Presseerklärung zur aktuellen Gassituation und Lieferungen von Nord Stream 1 halten.
Kreml-Sprecher: Russland will Garant der Energiesicherheit in Europa bleiben
Update 21. Juli, 13.21 Uhr: Jetzt, wo wieder Gas durch Nord Stream 1 fließt, sagte der Moskauer Kreml, Russland wolle ein Garant für Energiesicherheit in Europa bleiben. Präsident Wladimir Putin habe stets betont, dass der Staatskonzern Gazprom alle seine Verpflichtungen erfülle, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. „Und alle damit verbundenen technischen Schwierigkeiten ergeben sich aus den von der Europäischen Union auferlegten Beschränkungen. Du erlaubst…