Gerhard Schröder hat kürzlich seine Position bei Rosneft verlassen. Aber jetzt könnte er einen neuen Job bekommen. Der russische Präsident hatte zuvor die Nominierung des Gaslobbyisten unterstützt.
Gaslobby Gerhard Schröder ist offiziell in den Vorstand des russischen Staatskonzerns Gazprom berufen worden. Das gab der Konzern am Dienstag bekannt. Der Ex-Kanzler, dem enge Beziehungen zu Russland vorgeworfen werden und den die Parteiführung aufgefordert hat, die SPD zu verlassen, hat sich am Dienstag nicht geäußert.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Schröders Nominierung bereits unterstützt: Die Arbeit dieses “unabhängigen Experten” würde nur der Zusammenarbeit mit Deutschland zugute kommen, sagte Putin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 15. Februar im Kreml. Kurz darauf begann der Krieg. Die Hauptversammlung von Gazprom ist für den 30. Juni geplant.
Er trat von Rosneft zurück
Schröder steht seit langem wegen seines Platzes in der russischen Energiebranche in der Kritik. Der 78-Jährige wurde über Parteilinien beschuldigt, gut bezahlte Positionen in russischen Staatsunternehmen besetzt zu haben, während die Europäische Union versucht, Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zu verhängen, um der Ukraine auf diese Weise zu helfen. Zuletzt trat er als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rosneft-Gruppe zurück. Der 78-Jährige habe angekündigt, seine Amtszeit nicht verlängern zu können, teilte der Staatskonzern am vergangenen Freitag mit. Details oder Gründe wurden nicht genannt.
Am Tag zuvor hatte der Bundestag dem Altkanzler Büro und Personal entzogen, weil er während des Ukrainekrieges weiterhin für russische Unternehmen tätig war. Gleichzeitig forderte das EU-Parlament Sanktionen gegen ihn. Gegen ihn führt die SPD ein Parteiausschlussverfahren.