Geld und neue Technologie Wie Corona die Pharmabranche verändert

Stand: 19.07.2022 08:44 Uhr

Dank des großen Nutzens von Impfstoffen und Kronenpräparaten können einige Unternehmen jetzt stark in die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien investieren. Wie hat die Pandemie die Pharmaindustrie verändert?

Von Constantin Röse, ARD-Börsenstudio

Die Pharmaindustrie hat in den vergangenen Monaten Milliarden verdient. Ein Blick in die Quartalsberichte verrät es: Der Crown-Impfstoffhersteller BioNTech verdiente im ersten Quartal 3,7 Milliarden Euro, ebenso der US-Konkurrent Modern. Die Pandemie brachte große Vorteile. Doch an der Börse habe sich die Lage rund um Covid-19 beruhigt, sagt Thomas Schiessle, Pharmaexperte von Equi. „In Zukunft können wir davon ausgehen, dass diese Krankheit bekämpft werden kann. Nicht nur in Bezug auf die Impfung, sondern auch in Bezug auf die Therapie, und auch der Markt entwickelt sich in diese Richtung“, sagt er.

Dies ist einer der Gründe, warum die Rollen von BioNTech & Co. sie sind für Investoren weniger attraktiv geworden. Seit Jahresbeginn haben die Preise oft zweistellig verloren. Impfstoffentwickler sind jedoch ein wichtiger und vielversprechender Wachstumsmotor in der pharmazeutischen Industrie.

Forschung mit mRNA-Technologie

BioNTech zum Beispiel erwartet, dass die mRNA-Technologie auch bei anderen Krankheiten erfolgreich sein wird. So wird beispielsweise an Krebs geforscht, und auch Impfstoffe gegen Tuberkulose und Gürtelrose werden entwickelt. Das kostet viel Geld. Andererseits investieren auch die großen Pharmakonzerne viel.

In der Branche seien insbesondere Übernahmen oder Fusionen von Unternehmen Mittel zum Zweck, erklärt Uwe Treckmann, Analyst bei der Commerzbank. Pharmariesen wie Pfizer „kaufen dann Biotech-Unternehmen, die in Bereichen forschen oder die bereits Medikamente auf dem Markt haben, die das Geschäft, das man bereits hat, gezielt ergänzen.“ Im ersten Halbjahr war die Zahl der Übernahmen und Fusionen in der Branche überschaubar, vor allem aufgrund des Ukrainekrieges und der hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten. Doch Gerüchte und Spekulationen bestärken einige Experten darin, dass es das ganze Jahr über zu einer Akquisitionswelle kommen könnte.

Tiefgreifender Strukturwandel

Zu sehen ist auch, dass sich die Branchenriesen von alten Produkten trennen. Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer etwa hat angekündigt, sich aus seinem Testosterongeschäft zurückzuziehen. Ein tiefgreifender Strukturwandel hat längst begonnen. Viele Konzerne stellen ihr Geschäft auf den Kopf, verkaufen Randbereiche und passen ihre Strategie an.

Aktuell sorgt eine Diskussion in den USA für Aufsehen. Dies sind die Preise für Medikamente. Die US-Pharmaindustrie verdient seit Jahren besonders gut an überdurchschnittlichen Gewinnmargen. In der Politik jedoch wächst der Widerstand. Präsident Joe Biden will die Preise senken, um Medikamente für die Menschen erschwinglicher zu machen.

Das gehe durch den Ärger der Pharmaindustrie, erklärt Treckmann. „Die Gefahr wächst, dass man in Zukunft nicht immer die Preise bekommt, die man bekommt, und man wird diese Wachstumsraten nicht vorweisen können“, sagt er. Dadurch waren die zukünftigen Gewinne nicht mehr so ​​hoch. Eine Gefahr, die nicht gerade die Tüte vor Freude hüpfen lässt.

Wie hat Corona die Pharmaindustrie verändert?

Constantin Röse, Personal, 19.07.2022 08:32 Uhr

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