Genehmigtes Anti-Inflationspaket

Außerdem ist für August ein Zuschlag von 180 Euro zur Familienbeihilfe geplant. Zudem wird die Einführung des CO2-Preises von Juli auf Oktober verschoben. Andere Teile des Anti-Inflationspakets der Koalition warten noch auf die Umsetzung im Laufe des Sommers. Dies impliziert zum Beispiel die geplante Abschaffung der Erkältungsprogression ab Januar 2023 und die geplante Aufwertung von Sozialleistungen ab dem kommenden Jahr.

Obwohl Hilfsmaßnahmen ausnahmslos geplant sind, überwanden sich SPÖ und Freiheitspartei in der Kritik an den Plänen der Koalition. NEOS äußerte sich differenziert, ÖVP und Grüne lobten die Maßnahmen als wirksam gegen die Rekordinflation. Finanzminister Magnus Brunner, Vizekanzler Werner Kogler und Sozialminister Johannes Rauch verteidigten das Paket als zutreffend.

FPÖ ortet „unausgereiften Flickenteppich“

Wenn es die Spitzen von SPÖ und FPÖ mit ihren machen, lohnt sich das alles nicht. Denn das Paket enthält nichts, was preisdämpfend wirken würde, wie SPD-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner erklärte. FPÖ-Fraktionschef Herbert Kickl warf der Regierung fast wörtlich vor, nichts zu tun, um die Preise zu senken.

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Was bietet das Entlastungspaket?

Im Mittelpunkt seiner Rede stand natürlich die Verurteilung der Russland-Sanktionen, die Moskau nicht störten, die Österreicher aber für die “falsche Moral” der Regierung bezahlen mussten. Der präsentierte Download ist wiederum nur “halbgarer Flickenteppich”. Wichtig war Kickl auch zu betonen, dass einige der Begünstigten gar keine Bürger seien.

SPÖ: „Mehr Placebo als echte Wirkung“

Rendi-Wagner kündigte an, keinen einzigen Preis zu senken, “keinen Pfennig”. Es ist eine halbherzige Symptomkontrolle: “Mehr Placebo als echte Wirkung.” Der sozialdemokratische Präsident hätte sich gewünscht, dass der „Überschuss an ungerechtfertigten Gewinnen“ von Energiekonzernen beseitigt oder die Steuern auf Lebensmittel und Treibstoff gesenkt würden.

Das Anti-Inflationspaket wurde beschlossen

Mit den Stimmen der Regierungsmehrheit verabschiedete der Nationalrat den ersten Teil des Anti-Inflationspakets, der die angekündigten Einmalzahlungen beinhaltet.

Wöginger: SPÖ managt “Voodoo-Ökonomie”

ÖVP-Klubobmann August Wöginger entgegnete, die Senkung der Mineralölsteuer in Deutschland sei ein schlechter Scherz, da sie noch nicht einmal beim Verbraucher angekommen sei. Die Vorschläge der SPÖ kamen aus der “Voodoo-Ökonomie”. Der Staat helfe hingegen schnell und gezielt, betonte Wöginger und verwies auf die noch zu erwartenden Maßnahmen wie die Aufwertung von Sozialleistungen wie Familien- und Studienbeihilfe und die Abschaffung der Kaltprogression.

NEOS-Vizepräsident Nikolaus Scherak war sich dessen nicht so sicher, da die ÖVP mit dem Wunsch nach einer Verfassungsbestimmung eine Hintertür offen gelassen hatte. Er wünscht sich auch eine rückwirkende Regulierung, die eine Kaltprogression komplett ausschließt und nicht nur partiell. Was an dem Paket stört ist, dass es zu viele Boni und Gutscheine gibt und diese mit der Gießkanne entsorgt werden. Scherak bezeichnete Teuerungsanpassungen und Einmalzahlungen als “richtig”.

Maurer: Die Abhängigkeit von russischem Gas ist das Hauptproblem

Nicht weniger als 28 Milliarden Euro würden in den kommenden Jahren gegen die Inflation aufgebracht, damit die Menschen mehr zum Leben hätten, lobte die Präsidentin des Grünen-Klubs, Sigrid Maurer. Als einen der Hauptgründe für das aktuelle Problem nannte er die Abhängigkeit Österreichs von russischem Gas, für die der rote Kanzler der Vergangenheit ebenso verantwortlich sei wie ÖVP-Regierungschefs und liberale Minister. Bis heute ist es so, dass der FPÖ-Chef Kickl auf dem Schoß des „rücksichtslosen Aggressors“ Wladimir Putin sitzt.

Kogler: „Gezielte Hilfe so schnell wie möglich“

Auch Vizekanzler Kogler (Grüne) und Finanzminister Brunner (ÖVP) verteidigten das Paket. Kogler bestritt nicht, dass man auch an eine Senkung der Mehrwertsteuer oder einen Höchstpreis denken könne. Allerdings bestehe die Gefahr, „dass nur ein kleiner Teil oder gar nichts übertragen wird“. Mit dem aktuellen Paket wollen wir so konkret wie möglich und so schnell wie möglich helfen, betonte er. Auf die Kritik, dass nicht alle Punkte auf einmal angewendet würden, sagte er, wenn man alles auf einmal mache, „wäre das ein einziges inflationäres Heizprogramm“.

Brunner: “Genau”

Es ist ein „faires, ausgewogenes und genaues Paket“, sagte Brunner. Das Geld wird nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern gezielt auf die einzelnen Bevölkerungs- und Einkommensgruppen Rücksicht genommen. “Das ist viel Geld, das sind 28 Milliarden Euro im Jahr 2026, die hier aufgelegt werden.” Trotz kritischer Äußerungen hat er auch die Gegner aufgefordert, über das Gesetzespaket abzustimmen – eine „breite Mehrheit“ wird erwartet.

Ähnlich argumentierte am Nachmittag Sozialminister Johannes Rauch (Grüne). „Ich würde nicht vorbereiten oder sagen, dass dies ein sozial ausgewogenes und akkurates Paket ist, wenn ich nicht zutiefst davon überzeugt wäre.“ Die Maßnahmen seien zielführend, sie würden „schnelle Hilfe“ bieten und dort ansetzen, wo es nötig ist. „Das ist und bleibt ein großes Projekt“, sagte er auf Kritik aus der Opposition.

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