Auf dem Brünner Zentralfriedhof liegt der vor 200 Jahren geborene „Vater der Genetik“ Gregor Mendel begraben. Um das Genom des weltweit ersten Genetikers zu entschlüsseln und die Identität der Überreste zu überprüfen, haben Forscher sie letztes Jahr exhumiert. Das Ergebnis der Genomanalyse: Mendels Grab sei authentisch, die Porträts stellten ihn und seine Eltern originalgetreu dar und seien typisch für Mitteleuropa, sagte die Brünner Genetikerin Šárka Pospíšilová der APA.
Im Juni 2021 wurde die Augustinergruft auf dem Zentralfriedhof Brünn (Tschechische Republik) mit Genehmigung des Augustinerklosters für Forschungszwecke geöffnet. In jedem Grab wurden mehrere Mönche begraben, so Šárka Pospíšilová, die die Forschung an der Masaryk-Universität in Brünn leitet und die Forschung leitete: „Wir konnten seine Überreste eindeutig identifizieren und eine vollständige anthropologische Analyse durchführen.“
DNA wurde aus den Zähnen und anderen Überresten dessen gewonnen, von dem angenommen wird, dass es der Schrein von Mendels Tod ist. Er stimmt eindeutig mit den DNA-Proben aus Mendels Astronomiebuch überein. Im Sarg befanden sich neben seinem Skelett auch Zeitungen vom Oktober 1883, Schuhe und Kleidung. „All diese Funde passen perfekt zusammen und zeigen die Identität von Gregor Johann Mendel“, sagt Pospíšilová.
168 cm groß, Schuhgröße 41
„Anthropologen bestimmten auch seine Größe, die 168 Zentimeter betrug“, erklärte er. Außerdem wurde seine Schuhgröße abgeklärt (also 41). Sogar die Innenmaße seines Gehirns wurden gemessen: „Sie liegen weit über dem Durchschnitt der heutigen Männer“, erklärte er.
Auch der Familienstammbaum von Gregor Mendel konnte ermittelt werden. Sowohl die mütterliche Linie (H1c) als auch die väterliche Linie (R1a) seien typische „Haplotypen“ Mitteleuropas, berichtet der Genetiker: „Wir haben auch mehrere genetische Prädispositionen identifiziert, die möglicherweise zu Mendels Gesundheitsproblemen und dem Tod durch Krankheit beigetragen haben“. Der Vater der Genetik hatte eine Nierenerkrankung und – auch nach der neuen Genomanalyse – Herzprobleme. Er starb im Alter von 61 Jahren.
Die Forschung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte Pospíšilová: „Wir arbeiten noch an der genetischen Analyse mehrerer Merkmale, einschließlich solcher, die von mehreren Genen beeinflusst werden.“ (Wasser)