Deutschland Gerhard Schröder
„Ich werde meine Gelegenheiten, mit Präsident Putin zu sprechen, nicht aufgeben“
Stand: 18:09 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
“Warum auf Waffenlieferungen setzen? Ich glaube nicht an eine militärische Lösung”, sagt Gerhard Schröder
Quelle: Kay Nietfeld / dpa / Archivbild
Russlands Präsident Wladimir Putin ist laut Gerhard Schröder an einer Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg interessiert. Daher sollten alle Parteien dazu beitragen, “um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern”. Von SPD-Fraktionschef Lars Klingbeil ist er enttäuscht.
Trotz des viereinhalbmonatigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine will sich Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) nicht von Russlands Präsident Wladimir Putin trennen. „Ich werde meine Gelegenheiten, mit Präsident Putin zu sprechen, nicht aufgeben“, sagte Schröder in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die deutsche Debatte um die Lieferung schwerer Waffen geht mit Unverständnis weiter.
„Warum konzentrieren Sie sich auf Waffenlieferungen?“, sagte Schröder. “Ich glaube nicht an eine militärische Lösung. Der Krieg kann nur durch diplomatische Verhandlungen beendet werden. Das Schicksal der ukrainischen Soldaten und Zivilbevölkerung kann nur durch eine diplomatische Lösung gemildert werden.”
Schröder reiste Anfang März nach Moskau und sprach mit Putin über den Ukrainekrieg. Schröder sagte nun: „So wie ich es in meinem Gespräch verstanden habe, ist er an einer Verhandlungslösung interessiert. Der Aspekt dieser Lösung kann nur in einer Verhandlung geklärt werden.“ Seiner Ansicht nach sollten alle Parteien dazu beitragen, “um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern”.
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Schröder steht seit Monaten wegen seiner Aktivitäten für russische Energiekonzerne trotz Ukrainekrieg in der Kritik. Von der SPD gibt es mehr als ein Dutzend Vorschläge, den Altkanzler aus der Partei auszuschließen. Allerdings sind die Hürden dafür sehr hoch.
Am Donnerstag beginnt im SPD-Unterbezirk Hannover ein Verfahren gegen den Altkanzler wegen enger Kontakte Schröders zu russischen Energiekonzernen und zum Kreml. Laut Schröder ist er diesbezüglich gelassen. Schröder sagte in diesem Zusammenhang über SPD-Chef Lars Klingbeil: „Das ist enttäuschend. Sie denken wahrscheinlich, Sie sind das dem Amt schuldig.“
Schröder hatte sich im Mai entschieden, vom russischen Ölkonzern Rosneft zurückzutreten. Kurz darauf erklärte der Altkanzler auch, dass er von einem ihm “vor langer Zeit” angebotenen Posten im Aufsichtsrat des Gaskonzerns Gazprom zurückgetreten sei.