Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer weihte einen geschiedenen Mann und Vater zweier Kinder zum Priester. Wolfgang Weyer, 56, wurde zusammen mit sechs weiteren neuen Priestern an diesem Samstag im Regensburger Dom geweiht.
Vom Friseur zum Priestertum
Die gelernte Friseurin stammt aus Wiesbaden und hat auf einem Standesamt geheiratet. Ihre Ehe endete mit einer Scheidung. Der 56-Jährige lebt seit 2003 in Regensburg. Seine Heimatstadt ist die Pfarrei St. Emmeram. Zuletzt absolvierte Weyer eine Seelsorgepraxis in Roding, Kreis Cham. In der dortigen Pfarrkirche wollte Weyer am Sonntag auch seine Erstmesse feiern, die die erste Amtsmesse eines neugeweihten Priesters ist.
„Mir ist wichtig, dass ich ein Mensch für Menschen bin. Und ich habe gemerkt, dass es mir als ehemalige Friseurin leicht fällt, mit Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagte die neue Seelsorgerin im BR-Interview. Am Tag seiner Einweihung empfand er „unglaubliche Demut und Dankbarkeit“.
„Schönheit von innen“
Im Vorfeld seiner Priesterweihe sagte Weyer in einem Zeitungsinterview über seine Berufung, dass er auch in seinem früheren Beruf als Friseur in jedem eine „Schönheit von innen“ sehe. Darauf hat auch der Regensburger Bischof Voderholzer in seiner Samstagspredigt hingewiesen. An die sieben neuen Priester gewandt sagte er: „Ordnung macht euch zu Dienern der Schönheit des Herrn. Schönheit ist letztendlich Ausdruck von Wahrheit und Aufrichtigkeit.“
Insgesamt zehn Männer werden in diesem Jahr im Bistum Regensburg zu katholischen Priestern geweiht. Die anderen drei sind Mönche. Sie empfangen die Weihe in ihren Herkunftsklöstern.