Gewinner von „Jugend forscht“ Eine Wasserrakete und viel Moos

Stand: 29.05.2022 13:38

Umwelt- und Klimathemen spielten beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend forscht“ eine wichtige Rolle. Als Sonderpreise gab es eine Wasserrakete, junge Torfmoore und LED-Desinfektionsmittel.

168 Jugendliche mit 108 Forschungsprojekten erreichten das Bundesfinale von „Jugend forscht“, doch am Ende konnten nicht alle gewinnen. Hendrik Ridder aus Bremen wurde für seine „außergewöhnliche Arbeit“ an einer fliegenden Wetterstation ausgezeichnet. Der 16-Jährige baute eine 2,5 Meter lange Wasserrakete, die bis zu 270 Meter hoch fliegen kann. Es wird von einem eigens gebauten Launchpad gestartet und von einem zugehörigen Server und einem zusätzlichen Control Panel vollautomatisch nachgeladen und gesteuert. Der gesamte Prozess kann von einer selbst programmierten Anwendung eingesehen und gesteuert werden. Die Rakete dient als fliegende Wetterstation.

Der Preis für die originellste Arbeit ging an Cornelius-Ägidian Quint, 18, aus Husum, für ein neues Verfahren zur Renaturierung der Brachen. Quint entwickelte eine Methode, mit der sich Moose in uralten Ödlanden schneller wieder ansiedeln können.

Maximilian Pfannkuch, Jaro Filip und Dominik Hein erhielten den Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit. Sie entwickelten ein Luftreinigungssystem auf Basis von UV-Leuchtdioden.

Noch bessere Ideen

Im Bereich Chemie gewannen Hannah Amrhein, Lena Fries und Hanna Fries mit ihrem neuen Ansatz zur Rückgewinnung des Pflanzennährstoffs Phosphor aus Abwasser. Vanessa Guthier schrieb ein Computerprogramm, mit dem sie die Bedingungen für die Entstehung von Gammastrahlen identifizieren konnte: Sie gewann den ersten Preis in Erd- und Weltraumwissenschaften.

Glückliche Chemie-Bundessieger: Lena Fries (von links nach rechts), Hannah Amrhein und Hanna Fries Foto: dpa

Vincent Nack hat einen Notbremsassistenten für Fahrräder entwickelt und den ersten Preis in der Kategorie Arbeitsumgebung gewonnen. David Sauer errang den Bundessieg in Biologie: Er untersuchte den Einfluss von Dihydroxybenzen auf Pflanzen.

In der Kategorie Mathe/Computer gewann Elian Terelle mit seinem eigenen Entwicklungssystem für Live-Videoübertragungen im Sport, mit dem Spielszenen zurückgespult werden können. Carlos Steiner Navarro befasste sich mit der Wirkung der Magnetschwebebahn und gewann damit die Kategorie Physik. Im technischen Bereich gewannen Johann Elias Stoetzer und Steven Gurgel, die ein Verfahren zum Drucken von selbst hergestellten 3D-Sensoren auf Textilien entwickelten.

Der Bundeswettbewerb fand zum 57. Mal statt. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich mit ihrem Landessieg für das Bundesfinale qualifiziert, das in Lübeck stattfand.

Sonderpreis für drei Schulen

Auch der Sonderpreis „Jugend forscht Schule 2022“ wurde verliehen. Er gewann das Wieland-Gymnasium Biberach in Baden-Württemberg. Zweitplatzierte wurden die CJD Christophorusschule Rostock in Mecklenburg-Vorpommern und das Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium in Sachsen.

Karin Prien, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, lobte das Wieland-Gymnasium für „eine breite MINT-Förderung in und außerhalb des Unterrichts“. Unter dem Motto „entdecken und forschen“ richtet sich das Gymnasium an Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen. Die MINT-Förderung ist im schulischen und außerschulischen Bereich breit verankert.

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