Gewitter und lokale Gewitter: So geht es nach der Hitzewelle weiter

Stürme und lokale Stürme So geht es nach der Hitzewelle weiter

04.08.2022, 15:25

Deutschland stöhnt seit Tagen unter Extremtemperaturen um die 40 Grad. Die Gefahr von Dürren und Waldbränden ist groß. ntv-Meteorologe Björn Alexander verrät, wann sich das Skandinavientief „Imke“ abkühlen wird.

ntv: Schon wieder 40 Grad auf den Wetterkarten – ist die Hitze so unerträglich?

Björn Alexander: Zum Glück nicht. Denn den Höhepunkt dieser ersten Hitzewelle erleben wir gerade im August. Danach bleibt es im heißen bis heißen Sommer. Doch diese brütende Hitze ist nach jetzigem Stand derzeit nicht mehr sichtbar.

ntv Meteorologe Björn Alexander

Wann könnte man sich diese Extreme vorstellen?

Zunächst dauern bis zum 23. August die sogenannten Hundetage, die normalerweise die heißeste Zeit des Jahres sind. Und wenn wir uns die Rekorde anschauen, sind bis ins zweite Septemberdrittel Spitzenwerte von über 35 Grad möglich. Auch die Wetteraufzeichnungen haben bis zum ersten Oktoberdrittel Rekordhöhen von 30 Grad und mehr im Programm. Nur ist die Hitze nicht so brutal und gespickt mit warmen Tropennächten. Dann sind wir schon im Spätsommer oder Frühherbst, während wir jetzt noch total im Hochsommer stecken.

Wenn es nicht mehr schamlose Hitze ist, wie viel mehr normale Hitzezeit?

Gerade im Südwesten unseres Landes sind die Erholungsphasen zum Durchatmen kurz. Am Samstag wird es mit einem Höchststand von 29 Grad nicht mehr warm, bevor es am Sonntag wieder auf Spitzenwerte von 30 Grad und mehr ansteigt, ein Trend, der sich bis in die nächste Woche fortsetzen wird. Dann erwarten Sie im Rhein zwischen 30 und 34 Grad.

Ein Dauerthema in diesem Sommer ist die Hitze, das andere die Trockenheit. Wie ist der Regen in Deutschland im August?

Wettercomputer, die mehrmals täglich in die Zukunft blicken oder Trends immer wieder neu berechnen, schätzen die Regensituation für die nächsten 10 bis 14 Tage sprunghaft ein. Obwohl gestern in Bezug auf Dürre wirklich verheerend aussah, gibt es heute Licht am Ende des Tunnels. Mit etwas Glück könnte die Dauerhochdrucklage im zweiten Augustdrittel umschlagen. Dies würde zu erheblichen Niederschlägen führen.

Was, wenn er nicht kommt?

Dann sieht es schlecht aus. Mit Ausnahme des Aprils waren die vergangenen fünf Monate im Bundesdurchschnitt entweder zu trocken oder deutlich zu trocken. Eine gemischte Situation, in der uns ein sonniger, heißer und trockener August weiter in die Wüste katapultieren würde. Neben weiteren Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft hätte dies zunehmend auch Folgen für andere Bereiche. Denken Sie zum Beispiel an die Schifffahrt, die mehr Einschränkungen hinnehmen müsste, wenn die Wasserstände deutlich und vor allem dauerhaft sinken würden. Ähnlich wie zum Beispiel 2018, als es Probleme beim Transport von Öl und Treibstoff auf dem Rhein gab.

Wenn sich die Wetterbedingungen ändern, wie viel Regen können Sie erwarten?

Amerikanische Wettermodell-Prognosen beispielsweise fordern derzeit flächendeckende Regenfälle von 30 bis 50 Litern bis zum 20. August. Demnach wäre der Süden feuchter, mit einem Gesamtniederschlag von 35 bis 100 Litern pro Korn. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in Deutschland liegt im August zwischen 70 und 80 Liter. Dabei wäre sogar ein normaler Regenertrag im August denkbar.

So zur aktuellen Wetterlage. Was erwartet uns?

In der Nacht und am Freitag breitet sich die Kaltfront des tiefstehenden skandinavischen „Imke“ langsam aus. Zunächst ist der Nordwesten betroffen, bevor sich die Abkühlung langsam nach Südosten ausbreitet. Dieser droht zeitweise mit heftigen Stürmen in der teilweise sehr feuchten Luft. Gelegentlich mit Schlechtwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Wird unser Wochenende friedlicher?

Die letzten Reste der wahnsinnig warmen Luft aus dem fernen Süden sind am Samstag noch vorhanden. Weitere Stürme sind daher nicht auszuschließen. Im Rest der Welt hingegen erwarten wir selten Schauer und viel Sonnenschein. Alle mit Höchstwerten zwischen 19 Grad in der Nordsee und bis zu 29 Grad im Breisgau.

Und Sonntag?

Am Nachmittag kann es immer noch zu Blitzen in Richtung Alpen kommen. Alles in allem haben wir dank des hohen „Oscars“ ein entspanntes Sommerwetter vor uns. Zudem erreichen die Temperaturen meist 20 bis 28 Grad, am Oberrhein bis zu 30 Grad.

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Welche Aussichten hat das Wetter nächste Woche für uns?

Montag Volle Sonne mit entsprechenden Temperaturen zwischen 22 Grad in der Nordsee und bis zu 32 Grad im Südwesten. Am Dienstag und Mittwoch zieht wärmere Luft ein und macht es im ganzen Land zum Hochsommer.

Wie heiß ist es

Oft mit Höhen zwischen 25 und 30 Grad. Kühler bleibt es nur mit dem Nordlicht auf der Meeresbrise. Im Rhein und seinen Nebenflüssen ist es derweil mit Höchstwerten von 30 bis 34 Grad wärmer. Ganz normales Sommerwetter aber auch sehr trocken.

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