Glaris: Wolfsrisse sollen durch elektrische Tore und Zäune vermieden werden

Veröffentlicht am 1. September 2022, 4:41 Uhr

Glaris: Wolfsrisse sollen durch elektrische Tore und Zäune vermieden werden

Bei Alp Sand wird derzeit eine bauliche Massnahme gegen den Wolf getestet. Ein elektrifiziertes Tor und Zäune sollen verhindern, dass Raubtiere die Alp überhaupt betreten.

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Das Pilotprojekt führt eine bauliche Massnahme ein, die verhindern soll, dass der Wolf die Alp überhaupt erreicht.

Lokaler Wildhüter

Von der Brücke hängen Kabel, die unter Spannung stehen und als Vorhang fungieren.

Kanton Glarus

Die üblichen Herdenschutzmaßnahmen sollen Nachteile haben. Aufgrund der massiven Schäden in diesem Sommer ist der Kanton Glarus gezwungen, schnell zu handeln.

20min/ Mathias Spicher

  • Der Kanton Glarus startet mit einer baulichen Massnahme ein Pilotprojekt gegen Wolfsrisse auf einer Alp.

  • Wegen einer Barriere soll der Wolf die Alp gar nicht erst erreichen können.

  • Inzwischen ist in Graubünden bekannt, dass ein Wolf zum Abschuss freigegeben wurde.

Herdenschutz wird durch die steigende Zahl der Wölfe in der Schweiz immer teurer. Auch die Schutzwirkung des Zauns auf die Herde lässt nach. Aus diesem Grund hat der Kanton Glarus eine neue Schutzmassnahme vorgeschlagen. «Letztes Jahr hat der Kanton mit allen Verantwortlichen eine Informationsveranstaltung zum Viehschutz durchgeführt», sagt Reto Glarner, Viehschutzbeauftragter des Kantons Glarus. Bei diesem Treffen wurde eine bauliche Massnahme entwickelt: ein Damm soll verhindern, dass der Wolf in Richtung Alp vordringt und die Tiere gefährdet. Auf der Alp leben ca. 550 Schafe und 130 Grosstiere.

Der Pilotversuch findet dieses Jahr erstmals in Alp Sand unterhalb des Tödi statt. Die Alp liegt in einem Talkessel, umgeben von Felswänden. Nur ein Schotterweg, der durch ein Gitter abgeschnitten ist, führt zum Eingang in die Caldera. «Der Rest des steilen Geländes ist durch einen Zaun abgesperrt, der unter Spannung steht», sagt Reto Glarner gegenüber dem SRF «Regionaljournal». Für andere Alpen, die offener sind, ist diese Maßnahme nicht praktikabel.

Rentabler als das Schließen von Herden

An der Brücke, die über den Sandbach errichtet wurde, hängen zahlreiche Stahlseile, die aktiv sind. Auf diese Weise kann der Wolf nicht durch das Wasser eindringen. Die Sperre muss auch steuerbar sein. Dies geschieht über vier Überwachungskameras. Trotz all dieser Ausgaben: „Gerade kostenmäßig sind die Maßnahmen rentabler als Einzäunungen in der Herde. Die Schutzwirkung ist bisher offensichtlich.“ Allerdings: „Eine Herdenschutzmaßnahme bietet nie einen 100-prozentigen Schutz.“ Alpsand umfasst ein sehr großes Gebiet und hat weitere Eintrittspunkte, wo der Wolf eindringen kann. „Aber die Alpenzugänge sind geografisch weit entfernt die Staumauer, und auch für den Wolf ist es ein weiter Weg», sagt Reto Glarner.

Spiel-Crossover-Beeinträchtigung

Auch für andere Wildtiere hat der Damm Nachteile, weil sie den Zaun nicht erklimmen können. „In den vier Sommermonaten, in denen die Barriere aktiv genutzt wird, ist eine Auswirkung auf den Wilddurchgang spürbar. Der Zaun ist auch eine Barriere für Tiere wie Rehe oder Gämsen», sagt Glarner. Sobald die Alpsaison vorbei ist, wird das Tor geöffnet und alle Tiere können passieren.

Im Herbst, nach der Saison, wird evaluiert, wie wirksam diese Methode des Herdenschutzes ist und in welchen Bereichen sie eingesetzt werden kann.

Der Kanton Graubünden ordnet den Abschuss eines Wolfes an

Der Kanton Graubünden hat per 1. September eine Verfügung zum Abschuss eines einzelnen Wolfs erlassen. Auf drei Schafalpen in der Gemeinde Klosters wurden bei insgesamt 15 Angriffen mehr als zehn Nutztiere in geschützten Situationen getötet. Nach Bundesjagdgesetz ist damit die Schadensschwelle für den Abschuss eines Wolfes überschritten. Die Genehmigung ist 60 Tage gültig.

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