Gletschereinbruch in Italien, Zahl der Todesopfer steigt auf neun

Stand: 06.07.2022 19:45 Uhr

Nach dem Gletscherbruch in den Dolomiten suchen Rettungsschwimmer weiter nach Verschütteten. Aufgrund der Gletscherinstabilität waren teilweise nur Luftsuchen möglich. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg auf neun.

Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer nach dem Untergang des Gletschers in den Dolomiten in Norditalien ist von sieben auf neun gestiegen. Das teilte der Präsident der Autonomen Provinz Trient, Maurizio Fugatti, in Canazei mit. Bisher wurden vier Todesfälle von Angehörigen identifiziert. Laut Fugatti sind die Identitäten von fünf Opfern noch nicht geklärt.

Zu viel Eis, Schnee und Trümmer töteten mehrere Bergsteiger. Insgesamt acht Menschen wurden verletzt, darunter ein Mann und eine Frau aus Deutschland, die in ein italienisches Krankenhaus gebracht wurden.

Bodenrettungsaufgaben sind neuerdings nicht möglich

Zunächst suchten die Behörden weiter mit Drohnen nach möglichen Opfern. Außerdem installierten sie Überwachungsgeräte, die die Bewegungen der abgelösten und nun erstarrten Gletschermasse messen können. Aufgrund seiner Instabilität waren Bodenrettungsaufgaben in letzter Zeit nicht möglich.

Während der Arbeiten sperrte die Gemeinde aus Sicherheitsgründen den Zugang zum Berg und versprach Sanktionen, wenn Wanderer sich nicht an die Regeln halten. Rettungsschwimmer wollen die Suche fortsetzen. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer müssen mit Hunden am Boden weiter nach Opfern suchen.

Der Unfallhergang muss rekonstruiert werden

Unterdessen schloss die Trient-Justiz aus, dass der Unfall vorhersehbar war, sagte Staatsanwalt Sandro Raimondi der Nachrichtenagentur Ansa. Die Forscher wollten den Hergang rekonstruieren, Filme ansehen und Zeugen anhören.

Experten vermuten, dass die Folgen des Klimawandels hinter dem Bruch des Gletscherstücks stecken. In diesem Jahr waren die Temperaturen in der Gegend höher als gewöhnlich, weshalb das Eis früher zu schmelzen begann. Zudem gab es im Winter und Frühjahr keine Niederschläge, von denen sich der Gletscher hätte ernähren können.

Das Eis in den Bergen Italiens geht seit Jahren zurück. Aufgrund wechselnder Bedingungen empfehlen Bergexperten Wanderern, ihre Routen im Voraus zu planen und gründlich zu recherchieren.

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