Gletschersturz in den Dolomiten: Erderwärmung „frisst Gletscher“

Messner: Folgen des Klimawandels

Der ehemalige Extrembergsteiger Reinhold Messner sieht den Gletschersturz als klare Folge des Klimawandels und der Erderwärmung. „Die fressen Gletscher“, sagte die 77-jährige Deutsche Nachrichtenagentur nach dem Absturz am Sonntag.

Messner erinnerte daran, dass von Gletschern eine wachsende Gefahr ausgeht, weil sie aufgrund der momentan ungewöhnlich warmen Temperaturen immer instabiler werden. Direkt an den Trümmerrändern bilden sich sogenannte Eistürme, Seracs genannt, „die so groß sein können wie Wolkenkratzer oder Häuserzeilen“, erklärt Messner.

Der Südtiroler, der als erster Bergsteiger die 14 Achttausender der Welt bestieg, kennt Seracs zum Beispiel aus dem Himalaya. Er warnt davor, Eistouren nur mit einem Bergführer zu machen. Vorfälle wie die Marmolada „werden wir uns öfter sehen“, prophezeite er. “Heute gibt es viel mehr Fels- und Eisfälle als früher.”

„Die globale Erwärmung kommt von Ballungsgebieten und Städten, von Autobahnen und Fabriken“, sagte Messner. „Aber wir am Berg merken es. Wir sehen seit 30 Jahren auf einen Blick, wie Gletscher schmelzen. Man muss kein Wissenschaftler sein, um es zu sehen.“

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