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Gold- und Edelmetallhändler Philoro will mit dem Bau einer modernen Raffinerie in Korneuburg den heimischen Goldmarkt voranbringen. 60 Millionen Euro werden in die erste Stufe des Großprojekts investiert, das 300 Arbeitsplätze schaffen wird.
08.06.2022 15.53
Heute online, 15:53 Uhr
Ab Herbst 2023 werden in der neuen philoro Raffinerie in Korneuburg Schmuck, Besteck und sogar Zahngold zu Goldbarren oder Granulat verarbeitet. „Wir werden hier jährlich bis zu 120 Tonnen recyceltes Gold produzieren. Das sind etwa 2,5 Prozent der gesamten Weltproduktion“, sagt philoro-Geschäftsführer Rudolf Brenner. In Österreich habe es laut Prenner noch nie eine Goldproduktion “in diesem Ausmaß” gegeben.
Nachhaltigkeitsaspekte und die Einhaltung höchster Qualitätsstandards sind bei dem Großprojekt besonders wichtig. Ab einem gewissen Zeitpunkt soll die gesamte Produktion ausschließlich aus recyceltem Gold erfolgen und auch Silber, Platin oder Palladium in der Goldfabrik verarbeitet werden. Von der London Bullion Market Association zertifiziert, beabsichtigt philoro, das überlegene Niveau seiner bisherigen Produkte beizubehalten. Dieses Zertifikat kann erworben werden, wenn die neue Raffinerie drei Jahre lang zehn Tonnen Edelmetalle separiert hat.
300 Mitarbeiter am Standort Korneuburg
Nach dem Ankauf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern im Gewerbepark Korneuburg im Oktober 2020 wurden kürzlich die offiziellen Pläne für das Großprojekt vorgestellt. „Es wird ein beeindruckendes Gebäude mit modernsten Einrichtungen und Materialien und umfangreicher Photovoltaik-Energie. Das Goldwerk selbst wird 100 neue Arbeitsplätze schaffen, aber wir werden auch unsere Zentrale und unser Logistikteam hier ansiedeln und damit insgesamt 300 Mitarbeiter am Standort Korneuburg beschäftigen“, erklärt Projektleiter Rene Brückler.
Rene Brückler, Geschäftsführer NLK Filzwieser Philoro und Rudolf Brenner mit Wirtschaftsminister Jochen Danninger (von links) bei der Projektpräsentation
Auch Niederösterreichs Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) freut sich über die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Korneuburg. „Neben der Produktion von Anlage- oder Goldmünzen werden zukünftig auch Komponenten für die Industrie entstehen. Angesichts der fragilen internationalen Lieferketten ist jede Produktion, die wir hier in Niederösterreich haben, von großer Bedeutung und ein riesiger Gewinn“, sagt Danninger.
Mit philoro gewinnt Niederösterreich zudem einen führenden Goldanbieter in Europa. 2021 erwirtschafteten die 15 philoro Filialen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein erstmals einen Gesamtumsatz von fast zwei Milliarden Euro. Auch das breite Angebot an Online-Shops trug zum hohen Umsatz des Vorjahres bei.